ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2001Muttermilchernährung bei Frühgeborenen

MEDIZIN: Referiert

Muttermilchernährung bei Frühgeborenen

Dtsch Arztebl 2001; 98(24): A-1619 / B-1389 / C-1292

goa

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LNSLNS Frühgeborene Kinder, die mit Muttermilch ernährt wurden, zeigten im Alter von 13 bis 16 Jahren niedrigere mittlere Blutdruckwerte als Kinder, die industriell hergestellte Milch erhielten.
Bis zum vollendeten ersten Lebensjahr scheint die Ernährung eine wesentliche Rolle für die spätere Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen zu spielen – eine zuverlässige randomisierte Untersuchung der unterschiedlichen Ernährungsmöglichkeiten ist jedoch unter den heutigen Bedingungen kaum mehr durchführbar.
Zwei schon 1982 begonnene Studien erlaubten es englischen Wissenschaftlern, die möglichen Zusammenhänge zwischen der Ernährung von Frühgeborenen und deren Auswirkung auf den Blutdruck im späteren Leben zu untersuchen. Dank anonymer „Muttermilch-Banken“ konnte in einer Studie Muttermilchernährung einer speziellen Frühgeborenenmilch und in der anderen Studie die Frühgeborenenmilch einer Standardmilch gegenübergestellt werden. Die Ernährung mit Muttermilch allein, aber auch das Zufüttern von Muttermilch zur industriell hergestellten Formulaernährung, war, verglichen mit der Frühgeborenenmilch, mit einem niedrigeren mittleren Blutdruck (im Mittel 81,9 mm Hg [SD 7,8] gegenüber 86,1 mm Hg [SD 6,5]) bei den 13- bis 16-jährigen Kindern verbunden. Da die beobachtete Senkung des mittleren Blutdrucks unabhängig von dem jeweiligen Energie- und Kochsalzgehalt der Vergleichsmilch-Produkte war, sehen die Autoren ihre Vermutung bestätigt, dass bisher noch nicht identifizierbare muttermilchspezifische Faktoren diesen potenziell protektiven Effekt verursachen. goa

Singhal A et al.: Early nutrition in preterm infants and later blood pressure: two cohorts after randomized trials. Lancet 2001; 357: 413–419.

Atul Singhal, Medical Research Council Childhood Nutrition Research Centre, Institute of Child Health, London, England.

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