ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2001Klinische Erfahrungen mit Atosiban: Schlusswort
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LNSLNS Wir danken Herrn Wenderlein für die Darstellung des „Kostenfaktors“ bei der Behandlung mit dem neuen Oxytocin-Rezeptorantagonisten im Vergleich zu den etablierten Medikamenten zur Wehenhemmung. Diesen wichtigen Punkt ließen wir bewusst unberücksichtigt. Wir zielten vor allem darauf ab, dass seit Jahren erstmalig ein neues Medikament aus einer neuen Gruppe zur Behandlung vorzeitiger Wehen zur Verfügung steht, das ungeachtet der Kosten möglichst vorurteilsfrei vorgestellt werden sollte. Kosten allein können und dürfen – auch bei angespannter Kassenlage im Gesundheitswesen – nicht unser einziges Entscheidungskriterium sein. Sehr viel kritischer scheint uns die eher „dünne“ Datenlage, die bezüglich der neuen Substanz bei deren Zulassung bestand – eine Problematik, auf die unsere Arbeit ausdrücklich eingeht.
Herrn Wenderleins Frage nach der Limitierung der Anwendung von Tractocile zum Beispiel auf die 24. bis 33. Schwangerschaftswoche und einer Muttermundöffnung nicht über 3 cm, geht auf die bisher durchgeführten internationalen Studien mit diesem Medikament zurück, bei denen diese Anwendungsbeschränkungen Eingang fanden. Sie stellen neben der detaillierten Aufführung eher allgemeiner, jedoch beobachteter Nebenwirkungen eine Vorsichtsmaßnahme dar, die beim Einsatz eines neuen Medikaments in der Schwangerschaft durchaus angebracht ist.
Ähnliches trifft für die Anwendung von Tractocile über maximal 48 h zu – ein Zeitraum, der in Anlehnung an die zur Tokolyse mit Betasympathomimetika durchgeführten Metaanalysen (in denen gezeigt wurde, dass diese Therapie der drohenden Frühgeburt nur bis zu einer Therapiedauer von 48 h einen positiven Effekt auf den Fetus hat) gewählt wurde. Wir stimmen Herrn Wenderlein in seinen Bedenken und Kritikpunkten gegenüber der Anwendung von Tractocile grundsätzlich zu. Aufgrund der nur geringen Zahl vergleichender Untersuchungen mit dieser Substanz ist in Deutschland eine Multicenterstudie zur Anwendung von Tractocile beziehungsweise Fenoterol zur Wehenhemmung in Vorbereitung. An dieser Stelle noch eine Berichtigung: In der Tabelle 2 in der Spalte „Kontraindikationen“ muss es heißen: „Vor 24. oder nach 33. abgeschlossener Schwangerschaftswoche.“

Dr. med. Holger Maul
Priv.-Doz. Dr. med. Matthias Winkler
Prof. Dr. med. Werner Rath
Frauenklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Universitätsklinikum der Rheinisch-Westfälischen
Technischen Hochschule Aachen
Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen

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