ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2001Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Früherkennung durch Knöchel-Arm-Druckindex

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Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Früherkennung durch Knöchel-Arm-Druckindex

Dtsch Arztebl 2001; 98(24): A-1634 / B-1380 / C-1287

Bischoff, Angelika

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LNSLNS Das kardiovaskuläre Risiko von Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) ist um das Vier- bis Sechsfache erhöht. Jeder zweite PAVK-Patient hat auch eine koronare Herzkrankheit. Die Mortalität dieser Patienten liegt um das Dreifache höher als die der übrigen Bevölkerung. Etwa 30 Prozent der PAVK-Patienten sterben innerhalb von fünf Jahren, nachdem die Diagnose gestellt wurde.
Die kardiovaskuläre Hochrisiko-Situation eines Patienten mit Claudicatio intermittens wird in der Praxis als Risikofaktor für atherothrombotische Ereignisse stark unterschätzt, wie Prof. Curt Diehm (Karlsbad-Langensteinbach) betonte. Dazu kommt das Problem, dass die PAVK häufig gar nicht erkannt wird, da mindestens ein Drittel der Patienten keine Symptome hat. „Die Patienten halten ihre Alltagsbelastung so gering, dass ihre periphere Durchblutung ausreicht.
Um gezielt gegen das erhöhte kardiovaskuläre Risiko vorgehen zu können, besteht dringender Bedarf an einer verlässlichen Frühdiagnostik. Sie bietet sich an in Form der Bestimmung des Knöchel-Arm-Druckindex (ABI). Eine periphere Durchblutungsstörung gilt als sicher, wenn der ABI unter 0,9 beträgt.
Intermittierende Schmerzen beim Gehen spürt der Patient erst bei einem ABI zwischen 0,6 und 0,8. Ruheschmerz und Nekrosen drohen bei einem ABI unter 0,3, wie Prof. Florentin Spengel (Feldafing) ausführte.
Spengel empfiehlt für die Praxis, bei jedem Menschen über 70 Jahre und bei jedem Risikopatienten über 50 Jahre den ABI mit dem Doppler zu bestimmen.
Die getABI-Studie, die von der Firma Sanofi-Synthelabo unterstützt wird, will mit diesem diagnostischen Instrument Prävalenz, Inzidenz und Risiken der PAVK in Deutschland erstmals repräsentativ erfassen. 5 000 Hausarztpatienten über 65 Jahre sollen über drei Jahre prospektiv beobachtet werden. Dr. med. Angelika Bischoff
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