ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2001Fortbildung: Schöne Nebeneinnahme

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Fortbildung: Schöne Nebeneinnahme

Dtsch Arztebl 2001; 98(25): A-1676 / B-1331 / C-1199

Thormann, Th.

Zu dem Beitrag „Zertifiziert und freiwillig“ von Thomas Gerst in Heft 20/2001:
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LNSLNS Ich habe im April den Kongress der deutschen Internisten besucht und nach fünf sehr interessanten und harten Tagen 20 Fortbildungspunkte erhalten. Mehr kann ich pro Jahr für mehrtägige Veranstaltungen nicht erwerben. Dafür gab es auf dem Kongress Extravorträge, gesponsert von einzelnen Pharmafirmen, die zusätzliche Punkte einbrachten. Ärzte sind im Gros gutgläubig und aus der Struktur ihres Studiums wie versessen auf Zertifikate und Pluspunkte, die man gutgeschrieben bekommt. Also finden die meisten das Punktesammeln toll und merken dabei gar nicht, dass wir uns schon wieder verkaufen. Ich werde gezwungen, eine bestimmte Form der Fortbildung zu wählen. Schon heute kosten diese Fortbildungen viel (außer der Industrie-bezahlten), wenn sie Pflicht werden, ist das eine schöne Nebeneinnahme für allerlei Leute. Ein Jurist würde höhnisch lachen, würde er gezwungen, eine bestimmte Fortbildung zu wählen und Punkte zu sammeln. Es wird natürlich davon ausgegangen, dass er als Akademiker angemessene Fortbildung betreibt. Und die Tätigkeit eines Juristen muss nicht weniger eingreifend in das Wohl eines Menschen sein wie die eines Arztes. Ich war schon bei bei so vielen schlechten Fortbildungen in meinem Leben, die bestimmt alle Fortbildungspunkte erhalten hätten, dass ich mir nicht vorschreiben lassen mag, wie ich mein Wissen optimiere – objektiv messbar ist es doch nie!
Dr. Th. Thormann, Holtenauer Straße 229, 24106 Kiel

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