ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2001Ärztliche Gutachter: Task Force einrichten

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Ärztliche Gutachter: Task Force einrichten

Dtsch Arztebl 2001; 98(25): A-1677 / B-1441 / C-1335

Blumberg, Klaus

Zu dem Beitrag „Berufsbild und Selbstverständnis“ von Dr. med. Wolfgang Hausotter in Heft 12/2001:
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LNSLNS „Kein Gutachter – auch der nicht fest angestellte – ist weisungsgebunden, sondern nur dem ärztlichen Gewissen verpflichtet . . . “ – aber anderer Meinung kann man sein, wenn es heißt: „Ganz im Gegenteil zu gelegentlichen polemischen Äußerungen ist bisher noch nicht bekannt geworden, dass von Versicherungen oder sonstigen Auftraggebern Einfluss auf das Ergebnis des Gutachtens genommen wurde.“ Der Beweis des Gegenteils ist aber schwierig, weil solche Einflussnahmen natürlich nur mündlich oder telefonisch erfolgen, kaum bewiesen werden können und eine Stelle zur Registrierung beziehungsweise Unterstützung unter Druck gesetzter Gutachter nicht existiert. Diese Einflussnahme zur Kostensenkung ohne Rücksicht auf Qualität wäre insofern bemerkenswert, weil nicht Einflussnahme auf Gutachter zugunsten einzelner da verborgen wäre, sondern Einfluss der Kassen auf Gutachter, um ihre Kosten generell zu senken, ein Controlling ohne Einhaltung eines Qualitätsstandards. Ein „Symptom für diese Krankheit“, dass in der Tendenz nicht mehr medizinische Qualität und gute Betreuung bei der Kasse zählt, sondern die Verminderung der Ausgaben, könnte auch „Finanztest“ 2/2001 aufgefallen sein. Dort heißt es über den Fall einer insulinpflichtigen Diabetikerin: „Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) hat den Fall nach Aktenlage geprüft und die Leistung ebenfalls für unnötig erklärt. Diese Ablehnung entspricht nicht den Vorgaben des Sozialgesetzbuches V, ist aber dennoch kein Einzelfall.“ Dies wäre, wenn kein Einzelfall, der Skandal! Handelt es sich hier um die Spitze eines Eisberges, eine Grauzone zu Unrecht verweigerter sozialgesetzbuchlicher Leistungen? Deshalb ist es sinnvoll, wenn die Standesorganisation diese Entwicklung aufmerksam beobachten, und bei Bestätigung dieses Faktums als kein Einzelfall „Gutachtern in Not“ durch Errichtung einer Task Force im „Akutfall der Pression“ Beratung und Hilfe gäben.
Dr. Klaus Blumberg, Zum Altmühlspitz 5, 93309 Kelheim
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