ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2001Computerprogramm zur Labortestauswahl

MEDIZIN: Referiert

Computerprogramm zur Labortestauswahl

Dtsch Arztebl 2001; 98(25): A-1696 / B-1438 / C-1348

bt

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Finanziert unter anderem von der EU-Kommission, untersuchten van Wijk et al., wie sich Ärzte verhalten, denen für die Anforderung von Labortests Listen in ihrem Praxiscomputer vorgegeben werden. Hierfür wurden zwei Formulare entwickelt, die Allgemeinärzte, die ihre Patientenunterlagen elektronisch führen, während der Konsultation aufrufen können. „BloodLink-Restricted“ schlägt in jedem Fall fünfzehn Tests vor; wenn diese Auswahl nicht ausreicht, kann der Arzt eine weitere Liste von 43 Tests aufrufen. Die angeklickten Tests werden dann auf dem Anforderungsformular für das Labor ausgedruckt. „BloodLink-Guidelines“ hingegen verlangt vom Arzt zunächst, dass er eine der zehn häufigsten Indikationen aufruft, für die ihm dann eine Testauswahl angeboten wird. Auch hier gibt es natürlich die Möglichkeit, zusätzliche Positionen anzuwählen. Dieses Programm beruht auf Leitlinien, die vor allem das niederländische Kollegium der Allgemeinärzte entwickelt hat; einige Leitlinien der lokalen Ärztegremien von Delft kamen dazu.
Von den zwei randomisiert gebildeten Arztgruppen, die jeweils eines der Programme in ihre Praxiselektronik eingespielt bekamen, forderten diejenigen, denen die Richtlinien vorgelegt wurden, zwanzig Prozent weniger Tests an als die Kollegen mit der „Restricted List“. Der auffallendste Unterschied betraf die Position Blutsenkung; auch Kreatinin und einige Enzymtests wurden erheblich seltener verlangt. Die Autoren schließen daraus, dass die computergestützte, auf Leitlinien basierende Information geeignet ist, Leitlinien überhaupt besser anwendbar zu machen. In ihrer Studie weisen sie auf die möglichen Vorteile computergestützter Patientendokumentation als Mittel zur Beeinflussung der ärztlichen Tätigkeit hin. bt

van Wijk MA, van der Lei J, Mosseveld M, Bohnen AM, van Bemmel JH: Assessment of decision support for blood test ordering in primary care. Ann Int Med 2001; 134: 274–281.

Dr Marc A. M. van Wijk, Institute of Medical Informatics, Faculty of Medicine and Health Sciences, Erasmus-Universität Rotterdam, PO Box 1738, NL 3000 Rotterdam; wjk@mi.fgg.eur.nl

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema