ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2001Unverträglichkeit gegenüber Dentalmaterialien: Alternative Diagnoseverfahren

MEDIZIN: Diskussion

Unverträglichkeit gegenüber Dentalmaterialien: Alternative Diagnoseverfahren

Dtsch Arztebl 2001; 98(25): A-1699 / B-1457 / C-1337

Stephan, Monika

zu dem Beitrag Bei Verdacht ist interdisziplinäre Abstimmung erforderlich von Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Hans Jörg Staehle in Heft 49/2000
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LNSLNS Immer noch ist das Gerücht undementiert, dass Eingriffe in die Mundhöhle mit schädlichen Folgen juristisch nicht als Körperverletzung gelten. Immer noch sollen Dentalmaterialien nicht nach den gleichen gesetzlichen Vorschriften getestet werden wie Medikamente. Die Schädlichkeit des Quecksilbers im Mund ist seit langem bekannt (3). Nur sparsame und uninformierte Zeitgenossen haben Amalgam oder mit Palladium versetztes „Billiggold“, welches ein noch schneller wirksames Nervengift sein soll, im Mund. Inzwischen ist Palladium sehr viel teurer geworden, etwa um das 1000-fache, und wird hoffentlich schon aus diesem Grund nicht mehr bei zum Beispiel Auswanderern aus Kasachstan verwendet.
Die vielfältigen Beschwerden des Amalgamvergifteten können in jedem Toxikologiebuch (4, 5, 6) nachgelesen werden und erklären sich, einschließlich massiver Störungen des endokrinologischen Systems, durch die multiplen Organeinlagerungen insbesondere in lipophile Strukturen. Viele hypersensible – bis hin zur Elektrosmogempfindlichkeit – schwermetallvergiftete Patienten belasten unser Gesundheitssystem und können sich Mangels entsprechender Ausbildung der Ärzteschaft nur mit Alkohol oder Drogen Erleichterung verschaffen.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin sind eine Vielzahl von Reflexpunkten der Organe auf den so genannten Meridianlinien bekannt (2). Diese wurden von Masunaga bedeutend ergänzt und erweitert, unter anderem auf den Bauchraum und auf das Muskelsystem (Shiatsu) (1). In der diagnostischen Elektroakupunktur nach Voll können Verbindungen zwischen erkrankten Zähnen und gestörten Organen erkannt werden.
Die erheblichen Beschwerden der Patienten sind echt und lange vor einer Erhöhung zum Beispiel der Transaminasen vorhanden. Auf dem Röntgenbild (Abbildung 1b) des Artikels kann man die Ursache der Beschwerden der Patientin ahnen, wenn man die Knochenstruktur des Unterkiefers betrachtet. Gott sei Dank sind es meist so genannte funktionelle Störungen, denn der Körper versucht ja die Giftstoffe loszuwerden.
In schwer vergifteten Fällen kann nur eine chemische Entgiftung mit DMSA, DMPS oder EDTA helfen. Diese so genannte Chelattherapie ist ebenfalls mit Schmerzen verbunden. Damit haben leider viel zu wenige Kollegen Erfahrung!
Die Verknüpfung östlicher und westlicher Medizin in unserer Ausbildung und exakte physikalische, chemische, toxikologische und pathologische Kenntnisse der Umweltschadstoffe sollten die Zukunft unserer Medizin bestimmen, wenn man nicht nur psychosomatischen, sondern auch somatopsychischen Kranken helfen können will.
Amalgam soll bei Kindern und Schwangeren seit 1992 übrigens verboten sein und Weichmacher aus zum Beispiel Plastiktrinkflaschen werden für irreversible Schäden der bleibenden Zähne bei Säuglingen verantwortlich gemacht.
Literatur
1. Beresford-Cooke C: Shiatsu. Theory and Practice. A comprehensive text for the student and professional. London: Churchill Livingston Verlag Ausgabe 1999, 2. Auflage; 292.
2. Focks C, Hillenbrand N: Leitfaden Traditionelle Chinesische Medizin. Schwerpunkt Akupunktur. Stuttgart: Gustav Fischer Verlag, Ausgabe 1997, 1. Auflage; 851.
3. Daunderer M: Handbuch der Amalgamvergiftung. Landsberg/Lech: Ecomed Verlag 5. Auflage, 1998; Band I–III.
4. Goodman and Gilman’s: The pharmacological basis of therapeutics. New York: Macmillan Publishing Co. Inc.; 6. Auflage 1980; 1622–1629.
5. Mühlendahl v. K E: Vergiftungen im Kindesalter. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart. 3. Auflage 1995;
295.
6. Triebig G, Lehnert G: Neurotoxikologie in der Arbeitsmedizin und Umweltmedizin. Stuttgart: Gentner Verlag, 1. Auflage 1998; 345–363.

Dr. med. Monika Stephan
Claudiusweg 9, 64285 Darmstadt

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