ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2001Gutachterliche Beurteilung: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Gutachterliche Beurteilung: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2001; 98(25): A-1701 / B-1441 / C-1341

Kienzle, Hans-Friedrich

zu dem Beitrag Lähmung der Stimmbandnerven nach Schilddrüsenresektion von Prof. Dr. med. Hans-Friedrich Kienzle Herbert Weltrich in Heft 1–2/2001
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LNSLNS In dem Beitrag ging es im Wesentlichen um die Frage, wie gutachterlicherseits eine solche Parese beurteilt werden soll, da eine Stimmbandnervenläsion für den betroffenen Patienten in seiner Lebensführung eine schwere Einschränkung bedeutet. Nicht jede Recurrensparese ist grundsätzlich operationsimmanent und schicksalhaft (2). Dankenswerterweise hat Herr Kollege Ott auf die bekannte Tatsache hingewiesen, dass Recurrensparesen und Stimmbandläsionen auch intubationsbedingt verursacht sein können (1). Solchermaßen verursachte Recurrensparesen würden fälschlicherweise dem Schilddrüsenoperateur zur Last gelegt. Im Einzelfall ist allerdings die ätiologische Zuordnung einer Parese nur schwer zu treffen. Um so wichtiger erscheint es daher, dem Operationsbericht aufgrund einer guten Dokumentation entnehmen zu können, dass eine kontrollierte Sichtschonung des Recurrensnerven erfolgt ist. Verwiesen sei hier noch einmal auf die Stellungnahme der Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer Nordrhein (4) sowie auf die von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie herausgegebenen Leitlinien zur Therapie der benignen Struma (3).

Literatur
1. Friedrich Th., Hänsch U, Eichfeld U, Steinert M, Staemmler A, Schönfelder M: Die Recurrensparese als Intubationsschaden? Chirurg 2000; 71: 539–544.
2. Gemsenjäger E: Bemerkungen zu den Schilddrüsen-Themen: „Monitoring des N. laryngeus recurrens“ und „Evidenzbasierte Medizin“. Chirurg 2000; 72: 199–200.
3. Hartel W, Dralle H: Leitlinien zur Therapie der benignen Struma. Mitt Dtsch Ges f Chirurgie 3/98.
4. Tätigkeitsbericht Ärztekammer Nordrhein.

Prof. Dr. med. Hans-Friedrich Kienzle
Chirurgische Klinik
Krankenhaus Köln-Holweide
Kliniken der Stadt Köln
Neufelder Straße 32, 51067 Köln

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