VARIA: Personalien

Gestorben

Dtsch Arztebl 2001; 98(25): A-1709 / B-1449 / C-1349

EB

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LNSLNS Prof. Dr. med. Hemmo Müller-Suur, emeritierter Professor für Psychopathologie, früherer Leiter der Psychopathologischen Forschungsstelle an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen, starb am 3. Mai in seinem 90. Lebensjahr.
Nach Medizinstudium und Promotion war Müller-Suur an verschiedenen psychiatrischen Krankenhäusern tätig, zuletzt am Niedersächsischen Landeskrankenhaus Göttingen. 1948 habilitierte er sich in Göttingen; er wurde 1954 außerplanmäßig Professor und übernahm 1969 als wissenschaftlicher Rat und Professor die Leitung der Psychopathologischen Forschungsstelle in Göttingen. Seit 1977 war er im Ruhestand. Bei enger Verwurzelung in der klinischen Psychopathologie war Müller-Suur im deutschen Sprachraum einer der exponiertesten Wissenschaftler, die interdisziplinär und philosophisch orientiert psychopathologische Grundlagenforschung betrieben. So begründete er eine spezifische Göttinger Denk- und Forschungstradition, deren Anliegen es ist, psychisches Kranksein nicht spekulativ-vage, sondern logisch-analytisch zu interpretieren und auf seine grundlegenden Strukturen zu untersuchen. Wesentlich war ihm, dem symptomatologischen Aspekt psychischer Krankheit ihren anthropologischen gegenüberzustellen, das heißt, im psychisch Kranken nicht nur die Krankheit mit ihren Symptomen zu sehen und zu behandeln, sondern den Kranken in seiner Krankheit als personales und geistiges Gegenüber ins Blickfeld zu rücken. Weitere Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit waren die Differenzierung der Norm- und Krankheitsbegriffe in der Psychiatrie und das Sinnproblem in der Psychose. H. Feldmann, E. Rüther

Dr. med. Dr. h. c. Richard Christian Siegfried Ernst, Arzt in Ulm, starb am 7. Mai im Alter von 86 Jahren.
Ernst absolvierte das Medizinische Staatsexamen im August 1939, danach Promotion und Approbation als Arzt (Oktober 1939). Dann arbeitete er an der Münchener Chirurgischen Universitätsklinik bis Anfang Mai 1941, danach Einberufung zur Wehrmacht und Abkommandierung zur „Feldbewährung“ an die Ostfront; später verschiedene Verwendungen im Kriegseinsatz. Nach dem Krieg eröffnete er eine Allgemeinarztpraxis in Ulm. Nebenamtlich war er als Betriebsarzt bei den Wielandwerken in Ulm tätig. 1964 gab er die Ulmer Ärztedenkschrift zu Fragen der öffentlichen Sexualisierung und der Propaganda für Antibabypillen heraus. Ernst war ein engagierter Streiter für die Initiativen der europäischen Ärzteaktion. EB
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