ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2001Aktien: Schlechte Nachrichten

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Aktien: Schlechte Nachrichten

Dtsch Arztebl 2001; 98(25): [72]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Es kommt ja nun wirklich knüppeldick. Nokia, der finnische Weltmarktführer im Handy-Geschäft hat seine Prognosen für Umsatz und Ergebnis drastisch heruntergeschraubt. Das Umsatztempo werde sich halbieren, nur noch zehn Prozent mehr sollen es im Vergleich zum Vorjahr sein.
Der Kurs von Nokia fiel binnen weniger Stunden um ein Fünftel und zog die gesamte Telekombranche mit in den Abgrund. Wenn Nokia und Ericsson als das TopDuo der Branche eine Gewinnwarnung nach der anderen herausgeben und nur noch ein moderates Plus im Handy-Geschäft erwarten, kann dieser Umstand schlicht mit Stagnation betitelt werden.
Die Finanzmärkte schockiert überdies, dass die Umsatzprognosen noch vor kurzer Zeit ganz anders eingefärbt waren. Noch am 24. April posaunte Nokia-Chef Jorma Ollila – erwartungshalber – noch die besten Zahlen für das laufende Geschäftsjahr durch den Äther. Die dramatisch verkürzte Halbwertszeit für Prognosen spricht Bände und verheißt der gesamten
Telekombranche nichts Gutes.
Der jüngste Börsengang der Fraport-Aktie zeigt, dass die Bäume am Aktienmarkt derzeit nicht in den Himmel wachsen. Mit Hängen und Würgen wurde die Erstnotiz am ersten Börsentag auf dem Niveau des Emissionspreises gehalten. Ein klares Indiz, dass die Fraport AG und die beteiligten Banken – wieder einmal – nicht das richtige Augenmaß bei der Festsetzung des Emissionspreises bewiesen haben. Die Aktie hat kein großes Potenzial für die nächsten 12 bis 24 Monate, jede Wette.
Auch die Essanelle-Aktie muss ziemlich Haare lassen. Ursprünglich wollte die Essanelle-Hair Group die Anleger mit einem Preis zwischen zehn bis 12 Euro an die Börse locken. Doch kaum jemand wollte das Wertpapier haben. Also blieb dem Management und den Emissionsbanken nur der Ausweg, die Bookbuildingsspanne von sieben bis neun Euro zu senken und auch noch die Zeichnungsfrist auf den 19. Juni zu verlängern.
Ob es hilft? Eher nicht, für mich ist die Preisreduzierung nicht wirklich eine Überraschung. Erstens ist der größte deutsche Haarfilialist nicht sehr ertragsstark. Zweitens kann Essanelle für die Zukunft keine neuen Geldquellen erschließen und drittens hat die Gesellschaft bislang nicht so recht erklären können, wofür sie die Mittel aus dem Börsengang braucht.
Möglicherweise hat das GoingPublic nur den Sinn, die Altgesellschafter reich zu machen. Das wäre dann zum Haare raufen.
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