ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2001Unfallversicherung: Neue Brille darf kosten

VARIA: Wirtschaft - Versicherungen

Unfallversicherung: Neue Brille darf kosten

Dtsch Arztebl 2001; 98(25): [71]

afp

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LNSLNS Geht bei einem Arbeitsunfall eine Brille oder ein anderes Hilfsmittel kaputt, so muss die gesetzliche Unfallversicherung dies ersetzen. Die Höhe der Erstattung ist dabei nicht auf die Regelsätze der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung begrenzt, wie das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschied. „Luxusausführungen“ werden allerdings nicht ersetzt. (Az.: B 2 U 9/00 R)
Bei einem Arbeitsunfall in einem Steinbruch-Betrieb in Rheinland-Pfalz wurde 1998 die Brille eines 56-jährigen Arbeitnehmers beschädigt. Die Rechnung über die neue Brille in Höhe von 1 300 DM reichte die Arbeitgeberin bei der Berufsgenossenschaft ein. Diese bezahlte jedoch nur 383 DM: 168 DM für die tatsächlichen Kosten der Brillenfassung, für die Gläser aber nur den Höchstsatz der Krankenkasse von 215 DM.
Wie das BSG entschied, ist jedoch in solchen Fällen der Anspruch der Arbeitnehmer „nicht durch die in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung geltenden Festbeträge begrenzt“. Ersetzt werden auch Ausgaben, die die Kran­ken­ver­siche­rung nicht trägt, die aber noch sinnvoll dem Ausgleich einer Sehstörung dienen. „Demgegenüber scheiden Sachen aus, die darüber hinausgehend luxuriös gestaltet sind und im Wesentlichen der Zierde und dem Schmuck des Trägers dienen.“ afp
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