ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2001AOK Hessen: Beitragssatz erhöht

AKTUELL

AOK Hessen: Beitragssatz erhöht

Dtsch Arztebl 2001; 98(26): A-1716 / B-1452 / C-1352

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Kasse beruft sich auf Wettbewerbsverzerrungen in der GKV
Zum 1. Juli hat die AOK Hessen ihren Beitragssatz auf 14,8 Prozent angehoben. „Die Beitragseinnahmen der Mitglieder reichen bei weitem nicht mehr aus, um die medizinische Versorgung zu finanzieren“, erklärte der Vorstandsvorsitzende, Wolfgang Gerresheim. Die AOK Hessen schloss das Geschäftsjahr 2000 mit einem Defizit von 166,4 Millionen DM. Änderungen von Bundes- und Landesgesetzen hätten das Ergebnis maßgeblich beeinflusst, darunter der Finanztransfer an die Kassen in Ostdeutschland und die Zulassung von Psychotherapeuten zur kassenärztlichen Versorgung. Zudem habe die AOK Hessen bei der Krankenhausbehandlung und bei Arzneimitteln erhebliche Ausgabensteigerungen verzeichnen müssen.
Das Rechnungsergebnis sei ein deutlicher Beleg für die massiven Wettbewerbsverzerrungen in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV), unter denen alle großen Versorgungskassen zu leiden hätten, heißt es von- seiten der AOK Hessen. Es liege nun bei der Politik, die Rahmenbedingungen für eine notwendige Beitragssatzstabilität zu schaffen.
„Die Beitragssatzerhöhung der AOK zeigt, wie angespannt die Finanzlage einiger Krankenkassen aufgrund der ungerechten Lastenverteilung zwischen den Kassen ist“, erklärte das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium in einer Stellungnahme. Die Reform beim Risiko­struk­tur­aus­gleich, die Sicherung der Arzneimittelfestbeträge und das neue Steuerungsinstrument bei der Arzneimittelversorgung werde die Finanzentwicklung in der GKV aber stabilisieren.
Dagegen befürchtet der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Hans Jürgen Ahrens, weitere Beitragserhöhungen der Kassen nach hessischem Vorbild. Ein Wegfall der Budgetierung sei nicht hinnehmbar. Zudem plädierte Ahrens für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema