ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2001Ärzte ohne Grenzen: Größte Sorge - Afghanistan

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Ärzte ohne Grenzen: Größte Sorge - Afghanistan

Dtsch Arztebl 2001; 98(26): A-1720 / B-1455 / C-1355

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LNSLNS Millionen Menschen leben als Vertriebene.
Die Afghanen stellten seit Jahren das größte Flüchtlingskontingent der Welt und seien dringend auf externe Hilfe angewiesen, da die medizinische Versorgung teilweise völlig zusammengebrochen sei, teilte die deutsche Sektion von Ärzte ohne Grenzen in Berlin mit. Vor einigen Wochen wurde der Ausbruch von Skorbut bestätigt, da sich die Menschen seit Monaten nur noch von Tee, Gras und Wurzeln ernähren.
Die Organisation ist mit 70 nationalen und 400 internationalen Mitarbeitern in Afghanistan tätig. Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen ist humanitäre Hilfe trotz Einschränkungen durch die Taliban noch immer möglich. Die Organisation kritisierte jedoch, dass Geberländer und die Vereinten Nationen (UN) die humanitäre Hilfe an politische Bedingungen knüpften. Aus diesem Grund hätten sie das UN-Hilfskonzept „Strategic Framework“ nicht unterzeichnet.
Millionen Afghanen haben als Reaktion auf die Machtergreifung der Taliban das Land verlassen. Doch Iran und Pakistan wollen ihre Grenzen schließen und die Flüchtlinge nach Afghanistan zurückschicken. Dort sind sie von anhaltenden Kämpfen und Dürre bedroht. Afghanistan hat eines der unterentwickelsten Gesundheitssysteme der Welt, Mütter- und Kindersterblichkeitsraten gehören zu den höchsten. Die Medikamentenversorgung ist zusammengebrochen und läuft völlig ungeregelt über den Basar. Besonders Frauen und Kindern wird der Zugang zu medizinischen Einrichtungen erschwert.


Iran und Pakistan wollen die afghanischen Flüchtlinge nicht länger dulden.
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