ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2001PID - Motivsuche: Armutszeichen der PID-Verhinderer

POLITIK: Diskussion

PID - Motivsuche: Armutszeichen der PID-Verhinderer

Dtsch Arztebl 2001; 98(26): A-1726 / B-1480 / C-1372

Schleyer, Manfred

zu dem KommentarvonDr. med. Frank Ulrich Montgomeryin Heft 15/2001
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Vielleicht sollten in der Diskussion über Präimplantations-Diagnostik nicht nur „ethische Prinzipien“, sondern auch Prinzipien der Logik berücksichtigt werden. Es ist unverständlich, weshalb die Aufrechterhaltung des PID-Verbots „nichts mit einer Einschränkung der Rechte von Frauen zu tun“ haben soll, wie Frau Kollek behauptet. Wenn Frauen anderer Länder die Möglichkeit zur PID haben, dann sind im Vergleich hierzu die Frauen in Deutschland nach der mir bekannten Logik in ihren Rechten eingeschränkt. Oder sehe ich da etwas falsch?
Zum zweiten soll durch die Zulassung der PID „ein wissenschaftliches und wirtschaftliches Eldorado“ eröffnet werden. Andererseits ist „die PID ein seit rund zwanzig Jahren bekanntes Verfahren“. Warum hat man dann von jenem Gold aus jenen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Minen noch nie etwas gesehen? Auch beim Menschen wird PID seit 1989 angewandt: Wo sind denn die Missbräuche dieser Methode? Sie existieren doch nur im Wunschdenken jener Schwarzseher.
Wegen der dem Autor bekannten „technischen und hormonellen Manipulationen, ihren Imponderabilien und Risiken“ wird die PID auch in Zukunft eine äußerst selten angewandte Methode bleiben. Potenzieller Missbrauch wie „embryonale Stammzellforschung und therapeutisches Klonen“ ist schon deshalb unwahrscheinlich und darf kein Grund für das Verbieten des Gebrauchs sein. Ad hominem, auf den Menschen, losgehen, wenn man ad rem, zur Sache, keine guten Argumente hat. Ein alter rhetorischer Trick, der hier am Kanzler vorexerziert wird. Ein Armutszeichen der PID-Verhinderer.

Dr. rer. nat. Manfred Schleyer,
Institutsstraße 22, 81241 München-Pasing


Eine Zusammenstellung der im Deutschen Ärzteblatt erschienenen Beiträge zu PID, PND und Embryonenschutz lag beim Deutschen Ärztetag aus. Sie kann auch über das Internet unter www.aerzteblatt.de abgerufen werden.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema