ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2001Rettungswesen: Dank an ADAC-Notruf

BRIEFE

Rettungswesen: Dank an ADAC-Notruf

Dtsch Arztebl 2001; 98(26): A-1738 / B-1492 / C-1384

Schneider, Otto

Erfahrungen nach Fremdkörperaspiration bei einem zweijährigen Kleinkind auf Menorca:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Endlich Urlaub mit den Zwillingen auf Menorca. Direktflug ab München. Nach einem Abendessen in einem Restaurant bemerkt die Mutter Luftnot bei einem der Kinder. Mit dem Kind auf dem Arm läuft sie zum „Doktor 24 Stunden“, der natürlich nicht erreichbar war. Vom benachbarten Hotel lässt sie einen Rettungswagen rufen. Der kommt mit einem Fahrer, sonst nichts. Im Krankenhaus tippt der Diensthabende gegen fünf Uhr auf allergische Reaktion. Um zehn Uhr kommt der Kinderarzt und veranlasst eine Röntgenaufnahme, Atelektase der linken Lunge. Hubschrauberverlegung nach Palma, Flug nach München dauert zu lange. Der georderte Hubschrauber fliegt einen anderen Patienten weg. Ein weiterer Hubschrauber kann wegen schlechten Wetters nicht mehr fliegen. Um 13 Uhr versucht man eine Infusion zu legen, das gelingt gegen 14.30 Uhr. Gegen 18 Uhr ruft die Mutter verzweifelt an, sie sitze immer noch mit dem Kind im Krankenhaus.
Ein Pilot in Barcelona hatte über die Aktion vom ADAC-Notruf erfahren, hat eine Flugerlaubnis erzwungen und das Kind mit Mutter nach Palma de Mallorca geflogen, von wo es mit Rettungsmannschaft in das Son Dureta Krankenhaus gebracht wurde. Dort stand man bereit und hat bei einer Bronchoskopie aus dem linken Hauptbronchus die Erdnuss kurz nach 22 Uhr entfernen können. Nahezu 18 Stunden hatte die Mutter ihr nach Luft ringendes zyanotisches Kind auf dem Arm, bis geholfen werden konnte!
Fazit: Überlegen Sie sich, wo Sie Urlaub machen! Rechnen Sie nicht mit einem Rettungsjet, der in München für Sie bereit steht. Man darf deutsche Standards nicht überall in Europa erwarten.
Auf diesem Weg möchte ich auch Dank sagen dem ADAC-Notruf in Barcelona und der ADAC-Notrufärztin Frau Dr. Default, dem Piloten, der das Risiko getragen hat, und seiner Rettungscrew, sowie den Ärzten des Son Dureta KH in Palma de Mallorca, die zur Rettung des Kindes beigetragen haben.
Dr. med. Otto Schneider, Anästhesieabteilung Kreiskrankenhaus Lindau, Friedrichshafener Straße 82, 88131 Lindau
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema