ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2001Cannabis: Kassen entziehen sich

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Cannabis: Kassen entziehen sich

Dtsch Arztebl 2001; 98(26): A-1742 / B-1475 / C-1374

Grotenhermen, Franjo

Zu dem Beitrag „Cannabis als Arzneimittel“ von Dr. Horst Möller und Dr. Ingo Flenker in Heft 17/2001:
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LNSLNS . . . Leider gestaltet sich die Verordnung in der ärztlichen Praxis problematischer, als es der Artikel annehmen lässt. Die Krankenkassen entziehen sich zunehmend mit dem Hinweis, es handle sich bei Dronabinol um keine arzneimittelrechtlich zugelassene Substanz, der Kostenübernahme. Da sich die monatlichen Behandlungskosten im Allgemeinen in einer Größenordnung von 1 000 bis 2 000 DM bewegen, ist eine legale Behandlung mit Cannabisprodukten heute auf Vermögende und auf Patienten mit einer wohlwollenden Krankenkasse beschränkt.
Die Autoren des Beitrags betonen, dass „die Anwendung von Cannabis-Arzneimitteln nicht die generelle Legalisierung von Hanf“ erfordere. Dem ist uneingeschränkt zuzustimmen. Andererseits konnte das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium bisher keinem Patienten oder Arzt befriedigend die Frage beantworten, was sie tun sollen, wenn die Krankenkasse trotz erwiesener therapeutischer Wirksamkeit die Kostenübernahme verweigert. Dem Arzt bleibt dann nur der Verweis auf illegale Cannabisprodukte. Das kann nicht – auch nicht vorübergehend – die ärztlicherseits gewünschte Lösung sein.
Andere Länder wie Kanada oder einige Staaten der USA gewähren Patienten mit einem ausführlichen ärztlichen Attest Ausnahmegenehmigungen, die sie vor Strafverfolgung schützen . . .
Dr. med. Franjo Grotenhermen, Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V., Arnimstraße 1 A, 50825 Köln
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