ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2001Das Kind und die Spastik

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Das Kind und die Spastik

Dtsch Arztebl 2001; 98(26): A-1743 / B-1476 / C-1375

Bartens, Werner; Heinen, Florian

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LNSLNS Neuropädiatrie
Anspruchsvolle Materie
Florian Heinen, Werner Bartens (Hrsg.): Das Kind und die Spastik. Erkenntnisse der Evidence-based Medicine zur Cerebralparese. Verlag Hans Huber, Bern, Göttingen u. a., 2001, 168 Seiten, 5 Abbildungen, 12 Tabellen, 49,80 DM
Das Dilemma liegt auf der Hand: Trotz der relativ hohen Prävalenz von zwei Promille aller Lebendgeborenen gibt es nur wenige gute Studien zur infantilen Cerebralparese, erst recht keine vergleichende oder streng randomisiert-kontrollierte. Forschungen auf sichere Grundlagen zu stellen, ist dringend erforderlich und sollte trotz aller methodischen Schwierigkeiten nach den Prinzipien einer evidenzbasierten Medizin erfolgen. Dazu wird hier das theoretische Rüstzeug vermittelt; anschließend wird auf die differenzierte Neurophysiologie eingegangen, wobei die 15 Autoren eine anspruchsvolle Materie vermitteln. Im diagnostischen Bereich könnte die Beobachtung „general movements“ einen Durchbruch bedeuten, positive Vorhersagewerte zwischen 90 und 100 Prozent werden berichtet. Allerdings liest sich die Beschreibung eher wie eine Pilotstudie und muss damit ihre Beziehung zur evidenzbasierten Medizin erst noch behaupten – oder dient das moderne Schlagwort gar als Publikationsvehikel? Eine wohltuende Abgeklärtheit spricht dagegen aus dem Folgebeitrag über allgemeine Therapieindikationen – und auch über den eventuellen Verzicht –, diesmal aus der Sicht eines Erwachsenenneurologen.
Auch hochaktuelle Therapieansätze werden diskutiert, zum Beispiel Injektionen von Botulinumtoxin A oder die selektive dorsale Rhizotomie, ein in Deutschland kaum praktiziertes neurochirurgisches Verfahren zur Milderung spastischer Diplegien und gegebenenfalls begleitender chronischer Schmerzzustände. Der Band ist für jedes neuropädiatrische Studiendesign wichtig, ansonsten mehr etwas für Insider. Manfred Doerck


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