ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2001Doppler-Sonographie bei Nierenarterienstenose

MEDIZIN: Referiert

Doppler-Sonographie bei Nierenarterienstenose

Dtsch Arztebl 2001; 98(26): A-1757 / B-1507 / C-1399

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LNSLNS Bei Patienten mit Nierenarterienstenosen existierten bislang keine Parameter, anhand derer man den Therapieerfolg einer Korrektur der Stenosen vorhersagen konnte. Eine Arbeitsgruppe an der Medizinischen Hochschule Hannover untersuchte nun mittels Dopplersonographie, ob durch Bestimmung eines Schwellenwerts der Widerstand-Indices der Nierensegmentarterien bei diesen Patienten eine Vorhersage über den Therapieerfolg möglich ist.
Bei 5 950 Patienten mit arterieller Hypertonie konnten durch die Farbdopplersonographie 138 Patienten mit mindestens 50-prozentigen uni- oder bilateralen Nierenarterienstenosen erfasst werden. Von diesen Patienten wurden 131 (95 Prozent) erfolgreich chirurgisch oder perkutan angioplastisch behandelt. Über knapp drei Jahre wurde bei allen Patienten die Kreatinin-Clearance sowie der 24-Stunden-Blutdruck überprüft. Mit einem Schwellenwert von 80 für den Widerstand-Index ließ sich bei diesen Patienten eine sehr gute Vorhersage bezüglich des weiteren Verlaufs machen: Patienten mit Werten über 80 (27 Prozent) wiesen nach Intervention nur eine geringe Reduktion des arteriellen Mitteldrucks sowie eine weitere Verschlechterung der Kreatinin-Clearance auf, wogegen Patienten mit Werten unter 80 (73 Prozent) signifikante RR-Reduktionen sowie meist konstante Nierenfunktionen aufwiesen.
Die Autoren resümieren, dass mit einem Nieren-Widerstand-Index von 80 oder größer Patienten zuverlässig identifiziert werden können, die nicht mehr von einer Intervention der Nierenarterienstenose profitieren. Als Ursache werden irreversible Veränderungen kleiner Nierengefäße (Nephrosklerose) mit hierdurch fixierter nephrogener Hypertonie und Niereninsuffizienz postuliert. acc

Radermacher J et al.: Use of Doppler ultrasonography to predict the outcome of therapy for renal-artery stenosis. N Eng J Med 2001; 344: 410–417.

Dr. Rademacher, Abteilung für Nephrologie, Medizinische Hochschule Hannover, Postfach 61 01 80, 30625 Hannover.

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