VARIA: Bücher

Verknotet

Dtsch Arztebl 2001; 98(26): A-1764 / B-1514 / C-1406

Ulrich, Helmut

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LNSLNS Krebserfahrung
Glücksfall
Helmut Ulrich: Verknotet. Tagebuch einer Krebstherapie. Rake Verlag, Kiel, 2000, 219 Seiten, 38 DM
Das Buch geht unter die Haut. Das liegt natürlich am Inhalt – der Schilderung einer Krebstherapie anhand von Tagebuchaufzeichnungen. Aber das Betroffensein allein trägt in der Regel nicht so weit, dass aus einem Text eine fesselnde Lektüre für Unbeteiligte wird. Dazu gehört schriftstellerisches Vermögen; und so muss man es – so zynisch es auch klingen mag – als einen Glücksfall bezeichnen, dass hier der von einer Krebserkrankung Betroffene ein Schriftsteller ist, der die Kunst des Schreibens beherrscht.
Im Februar 1999 wird dem Autor mitgeteilt, dass er an Krebs, einem Non-Hodgkin-Lymphom, erkrankt ist. Diagnostik im Krankenhaus, Chemotherapie, Behandlung mit Zytostatika und Kortison und schließlich Stammzell-Transplantation – ein Jahr vergeht, in dem Ulrich eine radikale Veränderung seines Lebens erfährt. Schonungslos offen, sehr präzise und ohne jegliche Wehleidigkeit beschreibt er den Behandlungsverlauf, die Auswirkungen von Krankheit und Therapie auf Körper und Geist, die Gedanken an den Tod, das ständige Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffnung und Angst. Aber auch die Beschreibung des Klinikalltags, der Wahrnehmungen am Rande ist überzeugend. Fast schon erschreckend deutlich wird, wie die Krebstherapie den Körper angreift und wie man auf ein existenzielles Minimum reduziert wird. Michael Schmedt
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