ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2001Typ-2-Diabetes: Postprandiale „Glucose-Exkursionen“ regulieren

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Typ-2-Diabetes: Postprandiale „Glucose-Exkursionen“ regulieren

Dtsch Arztebl 2001; 98(26): A-1768 / B-1495 / C-1393

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Die Zahl von Typ-2-Diabetikern nimmt zu, auch in den jüngeren Jahrgängen. Die gestörte Insulin-Sekretion geht dabei der Diagnose um Jahre voraus. Um Folgeschäden durch eine individuell angepasste Therapie zu minimieren, ist die Bestimmung des Nüchternblutzuckers nicht ausreichend – wegweisend für das Risiko von Makroangiopathien ist der Zwei-Stunden-Wert der oralen Glucosetoleranz.
Wie Prof. Werner Scherbaum (Düsseldorf) betonte, wurde die prognostische Aussagekraft dieses Wertes lange unterschätzt. Seine Höhe korreliert jedoch eindeutig mit dem kardiovaskulären Mortalitätsrisiko, wie eine Metaanalyse von 13 europäischen Studien mit über 18 000 Patienten ausweist. Die optimale Therapie sollte deshalb auf beide Primärdefekte – Insulinresistenz und Sekretionsstörung abzielen.
Bei den oralen Antidiabetika trägt ein neu entwickelter prandialer Insulinregulator den neuen Erkenntnissen Rechnung, wie Prof. Helmut Schatz (Bochum) bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Unternehmen Novartis und Merck in Frankfurt/Main erläuterte. Nateglinide, das als Starlix® im Handel ist, bewirkt aufgrund seiner relativ kurzen Halbwertszeit (zwei Sekunden) am Sulfonylharnstoff-Rezeptor eine sehr viel schnellere Insulinfreisetzung als konventionelle Sulfonylharnstoffe (drei Minuten HWZ).
Da die Insulinausschüttung auch ebenso schnell wieder „abgedreht“ wird, sinkt sowohl das Risiko von Glucosespitzen als auch die Gefahr durch Hypoglykämierisiko deutlich. Ein weiterer Vorteil ist nach Angaben der Diabetologen die Glucose-Sensitivität der Reaktion: Bei hohen Blutzuckerwerten wird unter Nateglinide mehr, bei niedrigen kaum Insulin freigesetzt.
Zugelassen ist die Wirksubstanz in Kombination mit Metformin, was dem heute gültigen Prinzip einer Strategie gegen beide Primärdefekte des Diabetes Typ 2 Rechnung trägt: Es wird sowohl die fehlende frühe Insulinsekretion ausgeglichen als auch – über die Hemmung der hepatische Gluconeogenese – die Insulinresistenz gesenkt. Nateglinide steht in zwei Wirkstärken (60 und 120 mg) für die präprandiale Einnahme zur Verfügung. Dr. Renate Leinmüller
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