ArchivDeutsches Ärzteblatt38/1996Preiswerte Telefonrechnung für die Praxis

VARIA: Technik für den Arzt

Preiswerte Telefonrechnung für die Praxis

Bantle, Frank

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LNSLNS Neue Taktlängen, neue Tarifzeiten, neue Tarifzonen: Seit 1. Juli gilt die zweite Stufe der Telekom-
Tarifreform. Doch statt "sonniger Zeiten", wie die Werbung ankündigte, erwartet die betroffenen 80 Millionen Haushalte und Firmen in Zukunft nicht nur eine unübersichtliche Tarifstruktur, sondern auch eine finanzielle Belastung durch höhere Gebühren.
Am meisten betroffen sind all jene, die tagsüber viel und lange im Orts- oder Nahbereich telefonieren: Lokal agierende Unternehmen und Freiberufler - also auch Praxisbetriebe - oder Familien, Singles und ältere Menschen.
Besonders bei den bisher günstigen Orts- und Nahgesprächen hat sich das Telefonieren drastisch verteuert. Ein Rechenbeispiel: Ein 6-Minuten-Ortsgespräch kostete 1995 tagsüber zwischen 9 und 18 Uhr 0,23 Mark; seit der Tarifreform kostet es 0,48 Mark - die Kosten sind also um 108,7 Prozent gestiegen. Im ungünstigsten Fall zahlen Telefonkunden für Ortsgespräche sogar bis zu 160 Prozent mehr (zwischen 18 und 21 Uhr). Mit etwas Kenntnis der neuen Struktur lassen sich dennoch die Kosten konstant halten. Gespräche unter 90 Sekunden sind im City-Bereich (20 bis 50 Kilometer) nun billiger. Faßt man sich kurz, spart man über 47 Prozent im Vergleich zum alten Tarif. Tunlichst vermeiden sollte man längere Telefonate zwischen 9 und 18 Uhr. In dieser Zeit ist Telefonieren im City-Bereich deutlich teurer geworden. Empfehlenswert für geschäftliche Angelegenheiten ist dagegen die Zeit zwischen 8 und 9 Uhr. Längere Gespräche oder Faxe also vor 9 Uhr abwickeln! Alle Telefonate zwischen 18 und 21 Uhr, die kürzer als 2,5 Minuten sind, kosten weniger als bisher. Der günstige Tarif gilt jetzt erst ab 21 Uhr und nicht wie früher ab 18 Uhr.
Tagsüber telefoniert man im Regio-50-Bereich zwischen 8 und 9 Uhr am Morgen billiger als im alten Tarif. In dieser Tarifzone sollte man längere Gespräche nach 21 Uhr führen. Vermeiden sollte man dagegen Telefonate zwischen 18 und 21 Uhr oder zwischen 5 und 8 Uhr. Dann zahlt man nämlich bis zu 46 Prozent mehr. Nachtschwärmer können den preiswerten Tarif zwischen 2 und 5 Uhr morgens nutzen. 30 Minuten kosten zu dieser Tageszeit nur 1,80 Mark.
Bei einem Komfort-Faxgerät sollte auf jeden Fall die Funktion "Zeitversetztes Senden" aktiviert werden, um im City-Bereich nach 21 Uhr und in den anderen Tarifbereichen nachts zwischen 2 und 5 Uhr zu faxen. Um das neue, komplizierte Gebührenwerk zu verstehen, gibt es von der Telekom Broschüren, Faltblätter und Tabellen, die über Preise, Tarifbereiche und Zeiten informieren. Und tatsächlich finden sich dort Tageszeiten, zu denen das Telefonieren billiger geworden ist. Zum Beispiel bei Gesprächen nach 21 Uhr oder über große Entfernungen (Tarife Regio 200 und Fern). Zehn Minuten FrankfurtKöln kosten nachmittags seit 1. Juli 5,14 DM (bisher 5,40 DM), zehn Minuten Hamburg-Stuttgart zur gleichen Zeit 5,33 DM (bisher 5,76 DM). Profitieren können von der Tarifumstellung überwiegend Unternehmen oder Praxen, die tagsüber viele Ferngespräche führen oder Faxe verschicken. Frank Bantle
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