ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2001Gesundheit ist nicht das höchste Gut: PID – „Ein Verfahren zur Selektion“

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

Gesundheit ist nicht das höchste Gut: PID – „Ein Verfahren zur Selektion“

Dtsch Arztebl 2001; 98(27): A-1808 / B-1531 / C-1427

Klinkhammer, Gisela

zu dem BeitragEmbryonenforschung in EuropavonProf. Dr. theol. Ulrich Eibachin Heft 14/2001
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LNSLNS Bei der Präimplantationsdiagnostik (PID) handelt es sich nach Auffassung der Organisation „Ärzte für das Leben“ (ÄfdL) ausschließlich um ein Selektionsverfahren. Die Organisation lehnt deshalb in einer Stellungnahme den „Diskussionsentwurf zu einer Richtlinie zur Präimplantationsdiagnostik“ des Wissenschaftlichen Beirats der Bundes­ärzte­kammer ab. Sie befürchtet, dass durch die Einführung der PID gesellschaftliche Vorurteile gegen Behinderte verstärkt werden und dass sich die Tendenz verhärtet, „im behinderten Mitmenschen allein den ,Belastungsfaktor‘ zu sehen, statt ihn als prinzipiell Gleichberechtigten zu achten“. Die Äfdl befürchtet, dass das Lebensrecht behinderter Menschen infrage gestellt werden könnte. Die Verfahren der In-vitro-Fertilisation seien deshalb auf Fälle der Sterilitätsbehandlung zu beschränken. Ein ursprünglich ärztliches Behandlungsverfahren dürfe nicht zu Selektionszwecken missbraucht und zu eugenischen Handlungsspielräumen erweitert werden. Wenn erblich schwer belastete Paare einen dringenden Kinderwunsch äußerten, empfiehlt die Organisation die Adoption als eine humane Alternative.
Ein Recht auf ein gesundes Kind gibt es nach Auffassung der Ärzte für das Leben nicht. Jeder ungeborene und geborene Mensch habe ein persönliches Recht auf Leben. Zwar fordere auch der Diskussionsentwurf strenge Bestimmungen, doch diese könnten schnell überholt werden, befürchten die Ärzte für das Leben. Sie lehnen auch die verbrauchende Embryonenforschung ab. Die Verfahren der künstlichen Befruchtung müssten vor einer solchen Möglichkeit rechtlich über das Embryonenschutzgesetz abgesichert bleiben. Die ÄfdL fordert, den Gesetzestext so zu formulieren, dass Missdeutungen nicht mehr möglich sind.
Der gesamte Text der Stellungnahme kann abgerufen werden unter www.aerzte-fuer-das-leben.de Kli
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