ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2001Systemtherapie der Psoriasis mit Fumaraten

MEDIZIN: Referiert

Systemtherapie der Psoriasis mit Fumaraten

Dtsch Arztebl 2001; 98(27): A-1825 / B-1567 / C-1452

jne

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LNSLNS Fumarate sind die derzeit am häufigsten angewandten Wirkstoffe zur Systemtherapie der Psoriasis. Im Gegensatz zur reinen Fumarsäure liegen die in Fumaraten enthaltenen lipophilen Ester in einer resorbierbaren Form vor und sind damit systemisch wirksam. Jüngste Untersuchungen belegen eine proliferationshemmende Wirkung von Fumaraten auf Keratinozyten und immunmodulierende Einflüsse auf T-Lymphozyten-Zelllinien. Fumarate modulieren das überaktive psoriasistypische, pathologische TH1-Zytokinmuster der T-Helfer-Zellen durch Stimulation der antientzündlichen Zytokine IL-4, IL-5 und IL-10. Die Änderung führt zu einer Zytokin-Verschiebung, von einer übersteigerten entzündlichen TH1-Immunantwort (IL-2, IFN-g) zu einer antientzündlichen TH2-Immunantwort (IL-4, IL-5), ohne dabei die für die antimikrobielle Abwehr des Immunsystems zuständigen Mechanismen Chemotaxis, Sauerstofffreisetzung, Phagozytose und zelluläre Migration zu beeinflussen. Histologisch zeigt sich innerhalb weniger Wochen nach Therapiebeginn eine vollständige Rückbildung zunächst der Granulozyteninfiltrate und dann auch der T-Helfer-Zellen sowohl intra- als auch subepidermal. Die Wirksamkeit von Fumaraten bei Psoriasis konnte in den letzten Jahren anhand von mehreren, zum Teil placebokontrollierten und doppelblind angelegten Studien eindeutig belegt werden. Besonders gute Effekte werden bei der ausgedehnten chronisch stationären Plaque-Psoriasis beobachtet. Aber auch lokalisierte Psoriasisformen wie die Psoriasis pustulosa palmaris et plantaris und die Psoriasis capitis sprechen gut auf Fumarate an. Zudem lässt sich bei einem Teil der Patienten mit psoriatischer Arthropathie eine Besserung erzielen. Bei günstiger Nutzen-Risiko-Relation sind Fumarate besonders zur Behandlung von schweren Formen der Psoriasis geeignet, sofern eine alleinige äußere Therapie nicht ausreicht. Das Nebenwirkungsprofil ist inzwischen gut bekannt und beherrschbar. jne

Jansen T, Hoffmann M, Altmeyer P: Systemtherapie mit Fumarsäureestern. Hautnah Dermatologie 2001; 17: 46–51.

Dr. med. Thomas Jansen, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Ruhr-Universität Bochum, Gudrunstraße 56, 44791 Bochum.

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