ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2001Helicobacter pylori und Aspirin/nichtsteroidale Antirheumatika

MEDIZIN: Referiert

Helicobacter pylori und Aspirin/nichtsteroidale Antirheumatika

Dtsch Arztebl 2001; 98(27): A-1833 / B-1574 / C-1459

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LNSLNS Die längerfristige Einnahme von Acetylsalicylsäure und/oder nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) führt zu einem gastrointestinalen Blutverlust. Dies geht zum Teil auf die Entwicklung von Erosionen zurück, wie sie bei praktisch allen Patienten gefunden werden, zum Teil auch auf die Entwicklung von Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren in einer Größenordnung von etwa 20 Prozent.
Die Autoren untersuchten den Einfluss einer Helicobacter-pylori-Gastritis auf die Blutungsrate bei insgesamt 400 Patienten, von denen 250 niedrig dosiert Aspirin einnahmen (80 mg) und 150, die unter einer Medikation mit 500 mg Naproxen standen. Alle Patienten waren Helicobacter-pylori-positiv und boten eine positive Anamnese bezüglich einer gastrointestinalen Blutung. Nach Randomisierung erhielten die Patienten für sechs Monate 20 mg Omeprazol pro Tag oder eine einwöchige Helicobacter-pylori-Eradikationstherapie. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezidivblutung während der sechsmonatigen Beobachtungsphase betrug 1,9 Prozent nach Eradikationstherapie und 0,9 Prozent unter der Magenschutztherapie mit Omeprazol. Unter Naproxen lag die Blutungswahrscheinlichkeit bei 18,8 Prozent nach Eradikationstherapie und 4,4 Prozent unter Omeprazol.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine Eradikation von Helicobacter pylori bei Patienten unter niedrig dosierter Aspirin-Dauermedikation gleich wirksam ist wie eine Langzeitbehandlung mit Omeprazol. Omeprazol hingegen ist der Eradikationstherapie bei Patienten, die nichtsteroidale Antirheumatika einnehmen, eindeutig überlegen. w

Chan F K L, Chung SCS, Suen B Y et al.: Preventing recurrent upper gastrointenstinal bleeding in patients with Helicobacter pylori infection who are taking low-dose Aspirin or Naproxen. N Engl J Med 2001; 344: 967–973.

Dr. Francis K. L. Chan, Department of Medicine and Therapeutics, Prince of Wales Hospital, 30–32 Ngan Shing Street, Shatin, HongKong, China. fklchan@cuhk.edu.hk.

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