ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2001Das akrolentiginöse Melanom: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Das akrolentiginöse Melanom: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2001; 98(27): A-1838 / B-1579 / C-1464

Hein, Rüdiger

zu dem Beitrag von Priv.-Doz. Dr. med. Rüdiger Hein Dr. med. Anke Gauger Prof. Dr. med. Dr. phil. Johannes Ring in Heft 3/2001
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LNSLNS Für die eingegangenen Diskussionsbeiträge sind wir sehr dankbar. Aufschlussreich war insbesondere der Hinweis von Prof. Germann auf die vielfältigen Möglichkeiten zur plastischen Rekonstruktion von amputierten Gliedmaßen.
Herrn Prof. Breuninger stimmen wir insoweit zu, dass nicht immer eine vollständige Amputation funktionell wichtiger Gliedmaßen erforderlich ist und eine schnittrandkontrollierte Exzision die Regel sein sollte. Doch auch bei einer subklinischen Ausbreitung des Tumors bis zu 40 mm vom sichtbaren Tumorrand (1) ist die Schnittrandhistologie nicht immer ausreichend. Wie die von uns zitierte Arbeitsgruppe von Bastian et al. (2) aufzeigen konnte, fanden sich histologisch nicht nachweisbare Tumorzellen im Randgebiet des Tumors.
Unserer Meinung nach sind histologische Schnittrandkontrollen wichtig und notwendig, da die Exzision gemäß den Richtlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) (3) an den Akren nicht immer durchführbar ist. Gemäß DDG sollte die operative Entfernung des malignen Melanoms in einer abgestuften Exzisionsstrategie erfolgen: Bei einer Tumordicke in situ sollte ein Sicherheitsabstand von 0,5 cm eingehalten werden, bei bis 1 mm ein Abstand von 1 cm, bei 1 bis 4 mm ein Abstand von 2 cm und über 4 mm Tumordicke 3 cm Abstand.
Eine Amputation an den Akren kann somit leider nicht immer vermieden werden.
Herrn Prof. Breuninger ist weiterhin zuzustimmen, dass die so genannte elektive Lymphknotendissektion (ELND) nicht mehr zeitgemäß ist. Sie wurde in unserem Beitrag lediglich im Rahmen einer Fallkasuistik angesprochen. Bei der erwähnten Patientin wurde die ELND vor Einführung der standardisierten Sentinel-Lymphknotendissektion (SLND) durchgeführt. An unserer Klinik gehört die SLND zu den Routineverfahren bei malignen Melanomen ab 1 mm Tumordicke und ohne Nachweis manifester Metastasen.

Literatur
1. Breuninger H, Schaumburger-Lever G, Schlagenhauff B, Stroebel W, Rassner G: Patterns of local horizontal spread of melanomas. Consequences for surgery and histopathologic investigation. Am J Surg Pathol 1999, 23 (12): 1493–1498.
2. Bastian BC, Kashani-Sabet M, Hamm H, Godfrey T, Moore DH 2nd, Brocker EB, LeBoit PE, Pinkel D: Gene amplifications characterize acral melanoma and permit the detection of occult tumor cells in the surrounding skin. Cancer Res 2000, 60: 1968–1973.
3. Kaufmann R, Tilgen W, Garbe C: Malignes Melanom. In: Garbe C (Hrsg): Diagnostische und therapeutische Standards in der Dermatologischen Onkologie. Zuckschwerdt, München, 1998: 33–47.

Prof. Dr. med. Rüdiger Hein
Klinik und Poliklinik für
Dermatologie und Allergologie der
Technischen Universität München
Biedersteiner Straße 29
80802 München

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