ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2001Botulinumtoxin A bei axillärer Hyperhidrose

MEDIZIN: Referiert

Botulinumtoxin A bei axillärer Hyperhidrose

Dtsch Arztebl 2001; 98(27): A-1839 / B-1580 / C-1465

goa

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LNSLNS Exzessives Schwitzen kann mit intradermalen Botulinumtoxin-A-Injektionen erfolgreich behandelt werden.
Zu diesem Ergebnis kamen Münchner Forscher, die im Rahmen der deutschlandweiten Hyperhidrose-Studie die Wirkung von Botulinumtoxin A bei therapieresistenten Formen von axillärer Hyperhidrose untersuchten. 145 Patienten mit einer Schweißproduktion von mehr als 50 mg pro Minute wurden in die Studie aufgenommen und bekamen in einer ersten Untersuchungsphase randomisiert und doppelblind jeweils 200 Einheiten eines Botulinumtoxin-A-Präparats in die eine Achselhöhle und ein Placebopräparat in die andere Achselhöhle injiziert. Schon zwei Wochen nach dieser ersten Anwendung ließ sich eine deutliche Reduktion der Schweißproduktion von initial 192 6 136 mg auf 24 6 27 mg pro Minute auf der mit Verum behandelten Seite und auf 144 6 113 mg pro Minute auf der Placeboseite feststellen. Eine zweite, anschließende Injektion von 100 Einheiten Botulinumtoxin A auf der Placeboseite senkte die Produktion weiter auf 32 6 39 mg pro Minute und auch 24 Wochen nach dieser Injektion waren die Schweißbildungsraten auf beiden Seiten noch immer deutlich gemindert (67 6 66 mg nach 200 Einheiten und 65 6 64 mg nach 100 Einheiten).
Botulinumtoxin A blockiert durch Hemmung der neuronalen Acetylcholinfreisetzung die Schweißproduktion. Ob und in welcher Dosis nach Anwendung dieses Verfahrens jedoch noch weitere Injektionen erforderlich sein werden, um den Therapieerfolg zu erhalten, ist Gegenstand weiterer Forschung, so die Autoren, da noch ungeklärt ist, warum es nach den Injektionen zu Rückfällen kommt. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang das Neuwachstum von Nervenendigungen. Die so genannte Botulinumresistenz dagegen, die bei der Therapie von Dystonie-Patienten in fünf Prozent aller Fälle auftritt und auf einer Antikörperbildung gegen das Toxin beruht, wurde bei Hyperhidrose-Patienten nicht beobachtet. goa

Heckmann M et al.: Botulinum toxin A for axillary hyperhydrosis. N Engl J Med 2001; 344: 488–493.

Marc Heckmann, Abteilung für Dermatologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München.

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