ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2001Darmkrebs-Früherkennung: Die Koloskopie besitzt hohen Stellenwert

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Darmkrebs-Früherkennung: Die Koloskopie besitzt hohen Stellenwert

Dtsch Arztebl 2001; 98(27): A-1842 / B-1556 / C-1452

Filip, Karl B.

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LNSLNS Die Mortalität des kolorektalen Karzinoms kann deutlich verringert werden, sofern die potenziellen Patienten jährlich an der Vorsorgeuntersuchung auf okkultes Blut im Stuhl teilnehmen und jeder positive Befund mithilfe der Koloskopie abgeklärt wird, konstatierte Prof. Andreas Sieg (Heidelberg). In Deutschland ist die Darmkrebssterblichkeit seit 1990 gleichbleibend hoch und eine Trendwende nicht in Sicht, obwohl mit den genannten Maßnahmen eine Prävention praktikabel wäre.
Doch Vorsorgeuntersuchungen werden lediglich von zehn Prozent der Männer und 25 Prozent der Frauen wahrgenommen. Deshalb haben die niedergelassenen Gastroenterologen und Internisten in Deutschland kürzlich eine Aktion gestartet, die die Bevölkerung ansprechen soll. Sie steht unter dem Motto: „Verhindern Sie Ihren Darmkrebs durch eine Darmspiegelung. Darmkrebs ist heute heilbar bei frühzeitiger Diagnose.“
Übereinstimmend mit den Empfehlungen deutscher und amerikanischer Fachgesellschaften fordern die Experten, bei Personen mit erhöhtem Risiko (spätestens ab dem 50. Lebensjahr) direkt eine Koloskopie als Vorsorgemaßnahme einzusetzen. Gesteigertes Risiko ist zu befürchten, wenn
- schon einmal Blut im oder auf dem Stuhl beobachtet wurde;
- ein Stuhlbluttest bei der Vorsorge positiv ausgefallen ist;
- Verwandte ersten Grades Darmkrebs oder Darmpolypen haben oder hatten;
- bereits früher Darmpolypen entfernt wurden;
- familiäre Polyposis, familiäres Krebssyndrom oder chronisch entzündliche Darm­er­krank­ungen vorliegen.
Die Darmspiegelung habe bei der Frühdiagnose des kolorektalen Karzinoms nach wie vor den höchsten Stellenwert, betonte Sieg bei der Pressekonferenz im Rahmen eines Symposiums, das das Unternehmen Merckle in Zusammenarbeit mit der Sektion Gastroenterologie im BDI in Leipzig veranstaltet hatte.
Die Koloskopie deckt die Polyposis auf, die in mehr als 80 Prozent der Fälle als Vorstufe des Darmkrebses anzusehen ist. In den folgenden fünf bis zehn Jahren nach der Darmspiegelung bildet sich das Darmkrebsrisiko um rund 90 Prozent zurück.
Eine ähnlich hohe Erfolgsrate weist die Polypektomie auf. Die Koloskopie ist auch in den Händen des erfahrenen niedergelassenen Gastroenterologen ein risikoarmer Eingriff. Eine prospektive Studie ergab, dass die ambulante Koloskopie bei den deutschen Gastroenterologen weltweit die geringste Komplikationsrate nach sich zieht.
Karl B. Filip

Endoskopischer Befund: Familiäre Adenomatöse Polyposis
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