ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2001„Unhygienische“ Anzeigen

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„Unhygienische“ Anzeigen

Dtsch Arztebl 2001; 98(28-29): A-1870 / B-1610 / C-1494

kch

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LNSLNS In Berlin beschäftigt der Hygienikerstreit bereits die Staatsanwaltschaft. Ende letzten Jahres ging bei der Berliner Behörde ein anonymes Schreiben ein, das der Klinikleitung der Charité vorwarf, „wegen Entschärfung der Hygienevorschriften“ seien Patienten zu Tode gekommen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft schildert. Die Ermittlungen wegen des Vorwurfs „fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge“ wurden allerdings im März „mangels hinreichenden Tatverdachts“ wieder eingestellt. Die Umstände machen es sehr wahrscheinlich, dass der Absender der Anzeige einer der Hygieniker ist, die sich Prof. Hennig Rüden und Prof. Franz Daschner durch ihren Umgang mit Hygiene zum Feind gemacht haben. Zum einen hat Rüden als Leiter des Zentralbereichs Krankenhaushygiene und Infektionsprävention an der Charité die Verantwortung für die Einhaltung der Hygiene. Zum anderen, so schildert Rüden, war dem anonymen Schreiben eine Kopie einer jener Richtlinien des Robert Koch-Instituts beigefügt, die Daschner und er kritisieren. Der Denunziant hatte sogar mit einem farbigen Textmarker jene Passagen gekennzeichnet, um die sich die Staatsanwaltschaft kümmern sollte, weil an der Klinik gegen diese Richtlinien verstoßen werde. Die Charité hat nun ihrerseits Anzeige gegen Unbekannt erstattet. kch
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