BRIEFE

Fortbildung: Bedingungen

Dtsch Arztebl 2001; 98(28-29): A-1876 / B-1614 / C-1498

Heiss, Stephan

Zu dem Beitrag „Zertifiziert und freiwillig“ von Thomas Gerst in Heft 20/2001:
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LNSLNS Will man uns im Zeitalter der Evidence Based Medicine allen Ernstes eine so enorm zeitaufwendige und kostenträchtige Maßnahme wie die CME auferlegen, obwohl es bisher offenbar keinerlei Beleg für deren Nutzen gibt? Zwar taucht in diesem Zusammenhang regelmäßig der alberne Hinweis auf entsprechende Regelungen im Ausland auf, womit sich im Grunde alles rechtfertigen lässt, die Frage aber, ob die Qualität der Patientenversorgung dort wirklich besser geworden ist und wie sich das erkennen lässt, bleibt ebenso unbeantwortet, wie die nach der Begründung einer fehlenden Zertifizierungspflicht in anderen Berufsgruppen (Juristen, Pädagogen), deren Qualifikation ebenso von schicksalhafter Bedeutung sein kann!
Damit es am Ende nicht so aussieht, als ob wir Sonnenstrahlen in Säcken auffangen, um damit ein fensterloses Gebäude zu erhellen, sollte man, vorausgesetzt der Ruf nach Qualitätssicherung ist wirklich ernst gemeint, zunächst für faire, der menschlichen Leistungsfähigkeit angepasste Arbeitsbedingungen sorgen. Gleichzeitig wäre es erforderlich, erst einmal verwertbare Studien zum Nutzen einer CME durchzuführen, denn Glaube allein als Beweis dürfte wohl kaum dem wissenschaftlichen Anspruch unserer Disziplin zum einen und der geplanten Maßnahme zum anderen genügen. Bevor man sich dann schließlich über ein Gesamtkonzept unterhält, wäre noch klarzustellen, dass dessen Umsetzung letztlich von der Bereitschaft der Kostenträger abhängt, Stellenpläne und Budgets entsprechend den sich daraus ergebenden Erfordernissen aufzustocken. Andernfalls wird die CME aufgrund ungebremster wirtschaftlicher Interessen eine Eigendynamik entwickeln, die schon nach kurzer Zeit zu einer inakzeptablen zeitlichen und finanziellen Beanspruchung der Ärzte führt.
Dr. med. Stephan Heiss, Im Pfaffenholz 18, 89186 Illerrieden
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