ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2001Chest Pain Units: So lässt sich auch Geld sparen

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Chest Pain Units: So lässt sich auch Geld sparen

Dtsch Arztebl 2001; 98(28-29): A-1878 / B-1616 / C-1500

Rudolph, Frank Matthias

Zu dem Beitrag „Wo Brustschmerzen gezielt ,gefiltert‘ werden“ von Dr.med. Nicola von Lutterotti in Heft 16/2001:
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LNSLNS Dieser Artikel ist leider ein Paradebeispiel dafür, dass wir Ärzte uns immer mehr Gedanken über Geld, Verweildauer, Einsparpotenziale etc. machen und immer weniger darum, wie wir unseren Patienten eigentlich gerecht werden können.
Natürlich ist es sinnvoll und notwendig, bezüglich der Dyskardie oder Chest Pain bestehende Strukturen neu zu organisieren, aber bitte schön nicht nur nach Labor- beziehungsweise EKG-Parametern und nicht ausschließlich unter ökonomischen Gesichtspunkten. Die Patienten, die wegen Brustschmerzen in die Notaufnahme kommen beziehungsweise den Notarzt rufen und bei denen man keinen organpathologischen Befund erheben kann, dürfen nicht einfach mit dem lapidaren Satz entlassen werden: „Sie haben nichts“. Denn viele dieser Menschen sehen wir wenige Tage oder Wochen später erneut im Dienst wieder. Häufig verbirgt sich hinter der Dyskardie eine schwerwiegende psychosomatische Erkrankung (häufig eine Angststörung mit Panikattacken), die behandelt werden muss, wenn man dem Patienten wirklich helfen will. Dazu ist es zwingend erforderlich, in den Chest Pain Units auch eine psychosomatische Kompentenz zu integrieren. Wir haben aktuell einen Patienten in der Klinik, der im letzten halben Jahr 26mal den Notarzt gerufen hat, beziehungsweise sich in der Notfallambulanz vorgestellt hat, bis endlich mal ein Kollege auf die Idee kam, es könnte ja was psychosomatisches sein. Seit Beginn der Behandlung (Verhaltenstherapie, anxiolytische Psychopharmaka) erfolgte keine einzige Notfallkonsultation mehr! So lässt sich übrigens auch Geld sparen!
Wie lange wird es noch dauern, bis die Kollegen verstehen, dass Patienten nicht nur aus organmedizinischen Befunden bestehen?
Dr. med. Frank Matthias Rudolph, Psychosomatische Fachklinik St.
Franziska-Stift, 55543 Bad Kreuznach
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