ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2001Lebensversicherung: Ergänzung

BRIEFE

Lebensversicherung: Ergänzung

Dtsch Arztebl 2001; 98(28-29): A-1878 / B-1616 / C-1500

Burkard, Peter

Zu dem Beitrag „Wer erbt die Versicherungssumme?“ in Heft 24/2001:
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LNSLNS Ihre Ausführungen zum Thema erscheinen mir insbesondere im Hinblick auf den ersten Absatz noch etwas ergänzungsbedürftig. Der Satz „Meist schließt der Erblasser die Versicherungsumme auf sein Leben ab, das heißt, dass die Versicherungssumme fällig wird, wenn der Versicherungsnehmer (Erblasser) stirbt“, geht nach dieser Formulierung an der Realität vorbei.
Der absolute Regelfall in der Kapitallebensversicherung ist wohl eher der, dass der Versicherungsnehmer die Auszahlung der Versicherungssumme zuzüglich der Gewinne am Ende der Vertragslaufzeit selbst erlebt und mithin darüber normalerweise steuerfrei auch persönlich verfügen kann. Aus diesem Grunde und mithin als Altersvorsorgeergänzung wird die Versicherung in erster Linie auch abgeschlossen. Die Hinterbliebenenversorgung kommt an zweiter Stelle, die Risikovorsorge an dritter. Gängigerweise wird bei der Kapital-LV eine Laufzeit bis zum 60., dem 63. oder dem 65. Lebensjahr vereinbart. Die Fälle der Auszahlungen infolge vorzeitigem Tod treten bei der normalen Kapital-LV demgegenüber in der Statistik zurück. Unter dem Aspekt der so genannten „Riestervorschriften“ wird sich die Assekuranz allerdings in Zukunft einiges einfallen lassen müssen, damit die auszuzahlende Leistung bei der Kapital-LV von der Steuer befreit bleibt. So wie es aussieht, werden Verträge mit einer Ablaufleistung in einer Kapitalsumme steuerlich nicht mehr wie in der Vergangenheit gefördert. Das Stichwort Steuer auf Versicherungen könnte neben den so genannten Riestervorschriften aber für einen viel interessanteren Artikel . . . herhalten, indem von Ihnen nämlich dargestellt wird, wann welche Erben beziehungsweise Begünstigte (Bank, Partner, Praxispartner) für die Nutznießung von Versicherungsleistungen insbesondere auch bei Verträgen auf zwei verbundene Leben und bei kreditabsichernden Risikoversicherungen, die bei Praxisgemeinschaften und Gemeinschaftspraxen sowie bei Praxisneugründungen nicht selten sind, wie viel Steuern zu zahlen haben. Von daher ist die pauschale ARAG-Aussage des Artikels, dass die Lebensversicherung nur dann in den (steuerlich zu erfassenden) Nachlass fällt, wenn kein Bezugsberechtigter vorhanden sei, nicht ganz richtig, da dies im Falle der Nutzung der LV als gewerbliches beziehungsweise existenzielles und praxisabsicherndes Finanzierungsinstrument nicht immer greift . . .
Peter Burkard, Versicherungs-Berater, Kastanienallee 16, 64839 Münster
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