ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2001Irbesartan: Schutz für Diabetiker bei Niereninsuffizienz

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Irbesartan: Schutz für Diabetiker bei Niereninsuffizienz

Dtsch Arztebl 2001; 98(28-29): A-1906 / B-1540 / C-1419

Reimers, Birgitta

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LNSLNS Zwei neue Studien, die auf dem Jahrestreffen der American Society of Hypertension (ASH) in San Francisco vorgestellt wurden, zeigen, dass der Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist Irbesartan (Aprovel®, Sanofi-Synthelabo; Karvea®, Bristol-Myers Squibb) bei hypertensiven Typ-2-Diabetikern mit früher und fortgeschrittener Nephropathie unabhängig von der Blutdrucksenkung die weitere Verschlechterung der Nierenfunktion aufhalten kann.
Patienten, die sowohl unter Bluthochdruck wie Diabetes mellitus leiden, haben ein stark erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität. Zudem wird die diabetische Nephropathie durch die Hypertonie noch beschleunigt. Studien haben gezeigt, dass ACE-Hemmer bei Patienten mit Typ-1-Diabetes und Hypertonie das Fortschreiten der Nephropathie aufhalten können.
Für den Typ-2-Diabetes und Angiotensin-II-Antagonisten wurde eine solche nephroprotektive Wirkung bisher nicht nachgewiesen. Vor kurzem abgeschlossen wurden zwei internationale, multizentrische, placebokontrollierte und randomisierte Doppelblindstudien mit Irbesartan bei hypertensiven Typ-2-Diabetikern mit beginnender beziehungsweise fortgeschrittener diabetischer Nephropathie.
In der IRMA-2-Studie erhielten 590 hypertensive Typ-2-Diabetiker mit beginnender diabetischer Nephropathie (Mikroalbuminurie 20 bis 200 mcg/min) mindestens zwei Jahre lang täglich 150 mg oder 300 mg Irbesartan oder Placebo. Zusätzlich konnten weitere Antihypertensiva außer ACE-Hemmern und anderen Angiotensin-II-Antagonisten eingesetzt werden, um Blutdruckzielwerte < 135/85 mm Hg zu erreichen. Primärer Endpunkt war die Entwicklung einer manifesten Proteinurie.
Enorme Folgekosten der diabetischen Nephropathie
Beide Substanzen senkten den Blutdruck vergleichbar gut. In der Placebogruppe entwickelte sich bei 14,9 Prozent der Patienten eine Proteinurie, bei 9,7 Prozent der Patienten mit 150 mg Irbesartan und bei 5,2 Prozent der Patienten mit 300 mg Irbesartan. Das Risiko, eine Proteinurie zu entwickeln, lag damit in der Patientengruppe, die 300 mg Irbesartan erhalten hatte, signifikant um 70 Prozent niedriger als bei Placebo.
In der IDNT-Studie erhielten 1 715 Typ-2-Diabetiker mit Hypertonie und diabetischer Nephropathie (Proteinurie von mehr als 900 mg/d und Serumkreatininwerte von 1,2 bis 3,0 mg/dL) mindestens zwei Jahre lang Irbesartan (bis 300 mg täglich) oder Amlodipin (bis 10 mg täglich) oder Placebo zusätzlich zu weiteren Antihypertensiva außer ACE-Hemmern und anderen Angiotensin-II-Antagonisten.
Irbesartan senkte das Risiko für die Verdopplung des Serumkreatinins um 33 Prozent gegenüber Placebo und um 37 Prozent gegenüber Amlodipin, das Risiko für eine terminale Niereninsuffizienz um 23 Prozent gegenüber Amlodipin oder Placebo.
Hans-Henrik Parving (Gentofte, Dänemark), Studienleiter der IRMA-2-Studie, wies auf die enormen Folgekosten der diabetischen Nephropathie hin. 40 Prozent der Typ-1- und Typ-2-Diabetiker entwickeln eine diabetische Nierenschädigung; in Europa stellt der Diabetes die häufigste Ursache der terminalen Niereninsuffizienz. Unabdingbar sei bei hypertensiven Diabetikern, so Parving, nicht nur die frühzeitige aggressive Blutdrucksenkung, sondern auch sorgfältiges Screening auf Mikroalbuminurie. Dr. med. Birgitta Reimers
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