ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2001Rund ums Geld: Vor allem sicher

VARIA: Schlusspunkt

Rund ums Geld: Vor allem sicher

Dtsch Arztebl 2001; 98(28-29): [96]

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LNSLNS Bei der letzten telefonischen Leserservice-Aktion konzentrierten sich vie-
le Fragen auf zwei Problembereiche. Soll ich die Verluste am Neuen Markt aussitzen, und – als Folge des Debakels – wie kann ich möglichst sicher mein Geld anlegen?
„Ich sitze bei einigen Titeln des Neuen Marktes auf horrenden Verlusten.“ Aussteigen oder nicht, lieber nicht hinschauen, es wird schon wieder, es muss ja irgendwann einmal hochgehen. So oder ähnlich gehen etliche Betroffene mit dem derzeitigen Schreckensszenario an der früher hoch gelobten Wachstumsbörse um, die aber jetzt so sehr aufs Gemüt drückt. Jetzt mal im Ernst. Werfen Sie den ganzen Ballast über Bord. Meiner Meinung nach sollten Sie verkaufen. Das Beste ist immer noch ein Ende mit Schrecken, selbst wenn Verluste in eklatantem Ausmaße anfallen. Ich kann mich freilich auch irren, aber mir scheint das Warten auf bessere Zeiten am Neuen Markt nicht sehr plausibel zu sein. Dazu sind die Geschäftszahlen in den nächsten zwei, drei Jahren bei den meisten Unternehmen viel zu schlecht. Es gibt sicher auch Ausnahmen. Aber: Das Risiko, dass noch mehr am Neuen Markt notierte AGs Pleite gehen, ist überdies recht groß.
Es geht gleichwohl, wie so oft, bei alledem auch um den psychologischen Aspekt. Wer in einer Aktie auf einem Verlust von 90 Prozent sitzt, der kann fast nicht anders, als jeden Tag dem Kurs hinterher zu starren und sich fortlaufend schwarz zu ärgern.
Oft werde ich gefragt, ob denn nicht Gold eine gute Alternative sei, sein Geld sicher anzulegen. Da werden Erinnerungen von früher zitiert und auch die alte Anlageregel zu Rate gezogen, derzufolge etwa zehn Prozent des Vermögens in Edelmetallen investiert sein sollten.
Persönlich glaube ich nicht an eine mittelfristige gute
Zukunft beim gelben Edelmetall. Zwar gibt es im Moment jede Menge Chartanalysten und wohl auch interessierte Kreise aus der Branche, die einen bevorstehenden Aufschwung signalisieren. Der Achtjahreszyklus wecke Hoffnungen und signalisiere einen Ausbruch nach oben.
Es sieht wohl eher so aus, dass ein bisschen am Kurs „gedreht“ wird, um Anleger in den Goldmarkt zu locken. Zu viele Notenbanken aus jedem Winkel der Welt sitzen auf Tonnen von dem Zeugs und warten bloß auf Preiserholungen für Eigenverkäufe. Neuen Glanz bei Gold am Horizont zu sehen, halte ich somit für wenig substanziell.
Nach ähnlich sicheren Alternativen zum Festgeld gefragt habe ich diesen Anrufern geraten, sich mit so genannten Stufenzinsanleihen vertraut zu machen. Bei der 4,625 Prozent WestHyp Step-Up (WKN 101642) werden zwei Jahre 4,625 Prozent Zinsen gezahlt und für den Rest der Laufzeit bis Mitte 2006 ein Prozent mehr. Das klingt sicher und gut.
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