ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2001Krebskranke Kinder: Mehr Fälle in der Nähe von Atommeilern

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Krebskranke Kinder: Mehr Fälle in der Nähe von Atommeilern

Dtsch Arztebl 2001; 98(30): A-1917 / B-1613 / C-1509

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LNSLNS Weitere Studien sollen Klarheit schaffen.
Nach neuen Untersuchungen in Bayern erkranken Kinder in der Umgebung von Atomkraftwerken 20 Prozent häufiger an Krebs als in übrigen Regionen. Zusammenhänge seien zwar nicht klar bewiesen, die Zahlen gäben aber Anlass, „das Krankheitsgeschehen um Atomkraftwerke weiter intensiv zu beobachten“, erklärte das Bundesamt für Strahlenschutz im Anschluss an Gespräche mit der Organisation „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs“ (IPPNW) und dem Umweltinstitut München.
Die Studie des Umweltinstituts umfasst neun Landkreise im Umfeld der drei bayerischen Atomkraftwerke. Von 1983 bis 1998 wurden dort 362 Krebserkrankungen bei Kindern bis 14 Jahren festgestellt. Die bundesweite Vergleichszahl liegt bei 302. Erhöht waren vor allem die Zahlen von Nierenkrebs und Tumoren im zentralen Nervensystem. Leukämien hingegen traten nur geringfügig häufiger als in Regionen abseits von Atomkraftwerken auf.
Eine frühere Untersuchung des Münchner Umweltinstituts von 1983 bis 1995 hatte für Kinder bis zu vier Jahren sogar eine um 53 Prozent erhöhte Krebsrate ergeben. Die Erhebung und die Art der Auswertung galt jedoch als wissenschaftlich umstritten. Die neuen Zahlen könne nun auch das Bundesamt bestätigen, sagte Mitarbeiter Thomas Jung. Alle drei Organisationen vereinbarten eine Zusammenarbeit bei weiteren Studien, deren Ergebnisse teilweise im kommenden Jahr vorliegen sollen. Eine genauere, repräsentative „Fall­kontroll­studie“ ist auf sieben Jahre angelegt.
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