ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2001Immunochemischer Nachweis dysplastischer Zellen

POLITIK: Medizinreport

Immunochemischer Nachweis dysplastischer Zellen

Dtsch Arztebl 2001; 98(30): A-1934 / B-1632 / C-1526

Mertens, Stephan

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LNSLNS Neben einer Infektion mit bestimmten humanen Papillomviren wie HPV 16, 18, 31, 33, 35 und 39 scheint eine genetische Prädisposition die Entstehung von Zervixkarzinomen zu begünstigen. Allerdings ist noch kein entsprechendes Gen bestimmt worden, welches die Identifizierung von Risikopersonen ermöglichen könnte. Der alleinige qualitative Nachweis von HPV-DNA ist hierfür nicht ausreichend: Bei einem negativen Test scheint nur ein sehr geringes Karzinomrisiko zu bestehen, ein positiver Test birgt andererseits nur bei wenigen die Gefahr von Dysplasien. In den meisten Fällen handelt es sich um latente Infektionen, die wahrscheinlich keine Neoplasien auslösen.
In zwei Studien (Lancet 2000; 355: 2189–2193, 2194–2198) wurde mittels quantitativer PCR die Viruslast bestimmt. Beide Gruppen wiesen eine Korrelation zwischen Viruslast und dem Karzinomrisiko nach. Da bei einer virulenten Infektion auch virale Proteine exprimiert werden, ermögliche ein immunochemischer Nachweis die Identifizierung infizierten Gewebes, erläutert Dr. Claus Baur (Virofem Diagnostica, Wiesbaden, Telefon: 06 11/9 62 56 02). Virofem hat einen monoklonalen Antikörper gegen das innerhalb der HPV-Familie hoch konservierte Capsidprotein entwickelt.
Hiermit können die häufigsten HPV-Typen nachgewiesen werden. Die Antikörper sind in der Zytologie und Histologie auf routinemäßig erstellten Präparaten einsetzbar. In einer Studie des Pathologischen Instituts und der Frauenklinik der Universität Würzburg wurden in neu entnommenen Proben und in über zehn Jahre altem Archivmaterial HPV-positive Zellen mit geringgradigen intraepithelialen Läsionen nachgewiesen. Die Patienten der alten Präparate konnten bis auf eine Ausnahme nicht mehr weiter verfolgt werden. In diesem Fall entwickelte sich nach fünf Jahren eine schwere Dysplasie. Es wird in einer Follow-up-Studie die Signifikanz eines positiven Antikörpernachweises untersucht.
Dr. Stephan Mertens

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