ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2001Psychotherapie: Anmerkungen

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Psychotherapie: Anmerkungen

Dtsch Arztebl 2001; 98(30): A-1952 / B-1648 / C-1541

Bühler, Bernhard

Zu der Meldung „Geeigneter Behandler: Der Psychotherapie-Informations-Dienst hilft“ in Heft 16/2001:
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LNSLNS In der Meldung werden zwei Dinge miteinander vermischt. Zunächst wird mitgeteilt, dass das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München festgestellt habe, dass jeder dritte Bundesbürger einmal in seinem Leben an einer psychischen Erkrankung leide. Daraufhin wird kritiklos mitgeteilt, dass der Berufsverband Deutscher Psychologen e.V. einen Psychotherapie-Informationsdienst anbietet, der „anhand der beschriebenen Störungen“ die geeigneten Psychotherapeuten herausfindet, die in der Nähe des Hilfesuchenden niedergelassen sind.
Hierzu sind aus unserer Sicht einige Punkte anzumerken:
« Für die Behandlung psychischer Erkrankungen sind seit vielen Jahren Ärzte für Psychiatrie und Psychotherapie und Nervenärzte zuständig.
¬ Diese dürfen einen solchen Informationsdienst aufgrund berufspolitischer Vorgaben nicht veröffentlichen.
­ Die Daten, die der Psychotherapie-Informationsdienst herausgibt, sind völlig unzulänglich und führen die Patienten in keiner Weise weiter, da bei Versuchen, hier entsprechende Therapeuten genannt zu bekommen, weit entfernt liegende Adressen zum Heimatort der Hilfesuchenden angegeben wurden.
Aus meiner Sicht ist es unerträglich, dass eine solche Meldung im DÄ völlig ungefiltert und ohne Überprüfung herausgegeben wird, wohl deswegen, weil am Anfang das renommierte Max-Planck-Institut, das mit dem PID nichts zu tun hat, genannt wird.
Das DÄ sollte in keinem Fall werbende Veröffentlichungen bringen, die a) nicht dem vorgegebenen Inhalt entsprechen und b) von ärztlicher Seite nicht vorgehalten werden dürfen, da das Berufsrecht dagegen spricht.
Dr. med. Bernhard Bühler, Berufsverband Deutscher Nervenärzte e.V., P 7, 1, 68161 Mannheim

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