ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2001Notfallmedizin: Einwand

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Notfallmedizin: Einwand

Dtsch Arztebl 2001; 98(30): A-1954 / B-1650 / C-1543

Schmidt-Endres, Holger

Zu dem Beitrag „Veränderte Einsatzrealität“ von Dr. med. Frank-Gerald Pajonk und Prof. Dr. med. Christian Madler in Heft 24/2001:
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LNSLNS Dieser Artikel bezeichnet Patienten mit „Intoxikation, fehlender Kooperationsfähigkeit, Aggressivität, Gewalttätigkeit“ als „psychiatrische“ Notfälle. Einwand!
« Ein Teil dieser Fälle sind aggressive Gewalttäter. Deren Behandlung ist in einer psychiatrischen Akutklinik nicht möglich. Typischer Verlauf: Der Patient muss nach Abklingen der Intoxikation „gegen ärztlichen Rat“ ohne weitere Behandlung entlassen werden. Die tatsächlich zuständige psychosoziale Institution ist die Ausnüchterungszelle der Polizei. Die primär notwendige Behandlungsmaßnahme ist eine Strafanzeige wegen Bedrohung, Körperverletzung etc.
Nur durch eine strafrechtliche Verurteilung ist eine wirksame Behandlung zu erreichen: als Bewährungsauflage oder forensisch-psychiatrische Unterbringung.
¬ Kann eine somatische Erkrankung nicht ausgeschlossen werden (Verletzung, intrazerebrale oder gastrointestinale Blutung, Pneumonie etc.), so sollte der Patient zuerst in einem somatischen Krankenhaus aufgenommen werden. Psychiatrische Kliniken sind weder personell noch apparativ für die Behandlung akut somatisch Kranker eingerichtet. Im Notfall kann und muss auch ein Internist oder Chirurg einen Patienten sedieren und fixieren.
Dr. Holger Schmidt-Endres
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