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LNSLNS Historischer Roman
Flandern im Mittelalter
Hendrik Conscience: Der Löwe von Flandern. Aus dem Flämischen übersetzt, mit Anmerkungen und einem Nachwort versehen von Jens Ewald, Bergisch Gladbach, 1996, Bastei-Lübbe, Taschenbuchausgabe, 344 Seiten, 12,90 DMDer Verlag setzt mit dieser Emission seine mutig begonnene Reihe der "historischen" Romane mit einem bemerkenswerten Buch fort. Er folgt seinem Vorsatz, historisch-romaneske Werke, die seit langem nur zum "Schatzkästlein" des Liebhabers gehörten, wieder in Erinnerung zu bringen - ein eigentlich erstaunliches Unterfangen, dem aber der unvermutete Erfolg nicht versagt blieb. Conscience (1812 bis 1883) gilt als Begründer der neuen flämischen Literatur. Zu seiner Zeit zählte er mit seinem immensen Œuvre zu den am meisten gelesenen Autoren seines Sprachraums. Sein wichtigstes Anliegen galt der Darstellung der historischen Eigenständigkeit seines Volkes, verbunden mit der vielfältigen Auseinandersetzung zwischen Flamen und Franzosen im machtpolitischen und kulturellen Bereich. So auch in diesem Buch, wohl seinem Hauptwerk. Den zeitlichen Rahmen gibt die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert, die Ära des Franzosenkönigs Philipp des Schönen und seiner niederländischen Widersacher. Eher lokales Geschichtsbewußtsein mag der Grund dafür gewesen sein, daß dieses Werk lange Zeit überwiegend in den Niederlanden und in Belgien ein "Bestseller" blieb. Es genügt aber einem übergreifenden Anspruch: Der Autor hat sehr viele allgemeingültige Aspekte zum Verständnis des späten Mittelalters so gebündelt, daß er weit über den ursprünglichen Anlaß der Erzählung hinaus gesamteuropäisch lesenswert geblieben ist. Dies auch in seiner sprachlichen und kompositorischen Gestaltung, die dem Literaturliebhaber einen zusätzlichen Reiz bietet; eine erneute Begegnung mit dem, was man als schon längst vergessen wähnte, macht eine besondere Freude. Und gerade diese hat der Verlag wohl auch bereiten wollen, und der Leser wird ihm nicht nur für diese Ausgabe, sondern für die ganze Reihe danken.Rudolf Clade,Bad Neuenahr
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