ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2001Werbung – Endlich: 21 x Sex pro Woche

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Werbung – Endlich: 21 x Sex pro Woche

Dtsch Arztebl 2001; 98(31-32): A-2024 / B-1712 / C-1608

Eckert, Matthias

Zur Werbung für ein neues Arzneimittel gegen Erektionsschwäche:
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LNSLNS Kürzlich ging der evangelische Kirchentag zu Ende, und man denkt an Luther, der die geschlechtlichen Freuden „nur“ zweimal die Woche empfahl, da erreicht mich, Pharma sei Dank, ein Werbebrief zu Erektionsstörungen. „Ixense macht flexibel. Es kann alle acht Stunden angewendet werden und ermöglicht so bis zu dreimal täglich Geschlechtsverkehr.“
Es ist unstreitig, dass die Ermöglichung eines erfüllten Sexuallebens auch ein wichtiges ärztliches Anliegen in der täglichen Praxis ist und dass die medikamentöse Therapie bei den entsprechenden Indikationen einen hohen Stellenwert hat. Aber gleich zu jeder Hauptmahlzeit?
Schließlich dämmert es mir: Die Werbebroschüre wurde wahrscheinlich sogar von der Ärztelobby unterstützt. Endlich wird der Doktor auch noch jeden Montag 60-jährige Paare mit Post-Honeymoon-Syndrom behandeln dürfen. Apormorphin HCL sei Dank, wir brauchen unseren Patienten keine intellektuellen Anregungen mehr zu
geben. Die Lustpille und die Rechnung am Quartalsende. Das sollte ausreichen.
Dr. med. Matthias Eckert, Passauer Straße 56, 81369 München
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