ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2001Hörgeräte: Äpfel mit Birnen verglichen

BRIEFE

Hörgeräte: Äpfel mit Birnen verglichen

Dtsch Arztebl 2001; 98(31-32): A-2026 / B-1750 / C-1627

Westenberg, M. Schulte

Zu dem Beitrag „Der ,Goldrausch‘ ist vorbei“ von Jens Flintrop in Heft 24/2001:
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LNSLNS Es ist bedauerlich, dass nun auch eine bislang als seriös geltende Zeitschrift einem „Schmierenjournalismus“ verfällt. Eigentlich sollte derjenige, der im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen werfen. So ist es schon verwunderlich, dass die Entgegennahme einer nicht unerheblichen Vergütung durch den Versandhandelsarzt (bei Zuzahlungsgeräten bis zu 500 DM und mehr) für eine fünf- bis zehnminütige Tätigkeit, die häufig sogar von der Helferin erbracht wird, mit keinem kritischen Wort gewürdigt wird.
Interessant ist darüber hinaus, dass man sich anhand von gerade einmal 156 vom HNO-Arzt versorgten Versicherten zu der mutigen Aussage verleiten lässt, es gebe keine Qualitätseinbußen bei der Direktversorgung. Schade, dass man diesen Versicherten nicht die Möglichkeit eingeräumt hat, sich zum wirklichen Vergleich von einem Hörgeräteakustiker (nach-)versorgen zu lassen. Wo in einem System, das von Festbeträgen geprägt ist, Platz für eine finanzielle Entlastung der GKV sein soll, wird für immer das Geheimnis des Autors bleiben.
Nur am Rande sei angemerkt, dass über den Versandhandel in der Regel keine volldigitalen High-Tech-Hörgeräte der namhaften Hersteller wie Siemens, Phonak etc. zu beziehen sind, die bereits im Einkauf die 2 000-DM-Grenze überschreiten. Auch insoweit werden also Äpfel mit Birnen verglichen.
Übrigens, bevor Sie zukünftig erneut falsche Zahlen abschreiben, sollten Sie besser recherchieren. So hat sich die Zahl der Betriebsstätten im Zeitraum 1994 bis 1998 um 18,3 % erhöht (von 2 274 auf 2 690). Aber so liest es sich ja besser.
M. Schulte Westenberg, Rechtsanwalt, Bundesinnung der Hörgeräteaku-stiker, Erthalstraße 1, 55118 Mainz

Anmerkung der Redaktion:
Das Wissenschaftliche Institut der Ortskrankenkassen berichtet in der von uns zitierten Studie von einem Anstieg der Zahl der Hörgeräteakustik-Unternehmen um 188 Prozent (von 556 auf 1 600). Von Betriebsstätten, deren es naturgemäß mehr gibt, ist keine Rede.
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