ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2001Hörgeräte: Direktversorgung bleibt Ausnahme

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Hörgeräte: Direktversorgung bleibt Ausnahme

Dtsch Arztebl 2001; 98(31-32): A-2026 / B-1750 / C-1627

Reintanz, Juliane; Reintanz, Gerhard

Zu dem Beitrag „Der ,Goldrausch‘ ist vorbei“ von Jens Flintrop in Heft 24/2001:
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LNSLNS Referierend verbreitete das DÄ die kühne Behauptung, dass die „verkürzte“ Hörgeräteversorgung infolge einer Hörgeräteanpassung durch den HNO-Arzt der traditionellen Versorgung durch den Hörgeräteakustiker überlegen wäre. Wiewohl der „verkürzte Versorgungsweg“ rechtlich zulässig ist, gibt er wesentliche Qualitätsmerkmale des bisherigen Versorgungsweges auf:
c Die zweifelsfrei sehr aufwendige, aber immer noch vorgeschriebene „vergleichende Anpassung“, durch die auch der „Hörgeschmack“ des Schwerhörigen berücksichtigt wird und nicht nur seine audiologischen Kenndaten versorgt werden.
c Die abschließende (vom Umsatzdenken freie) unabhängige Kontrolle der Hörgeräteanpassung des Akustikers durch den HNO-Arzt.
Dieses gleichsam „duale System“ hat sich bewährt und sichert strukturell die Prozessqualität.
Krankenkassen sollten wissen, dass Qualität auch einen Preis hat. Der Verdacht liegt nahe, dass die Kassen wohl eher davon ablenken wollen, dass ihre finanziellen Mittel für die Hör-
geräteversorgung inzwischen kaum mehr als ein Zuschuss sind und sie sich aus einer modernen Hörgeräteversorgung ihrer Versicherten langsam verabschieden. Auch in Zukunft dürfte die Direktversorgung eher die Ausnahme bleiben, denn der HNO-Facharzt kann durch seine Weiterbildung den ausgebildeten und engagierten Hörgeräteakustiker in seiner zeit- und apparativaufwendigen Tätigkeit nicht ersetzen, am allerwenigsten in einer ausgedörrten Facharzt-Landschaft, wie die Kassen sie sich wünschen.
Juliane Reintanz, Dr. med. Gerhard Reintanz, Belliner Straße 21, 17373 Ueckermünde
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