ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2001Interaktionen von Medikamenten bei Aids

MEDIZIN: Referiert

Interaktionen von Medikamenten bei Aids

Dtsch Arztebl 2001; 98(31-32): A-2034 / B-1722 / C-1618

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LNSLNS Die hochaktive antiretrovirale Therapie bei Patienten mit HIV-Infektion besteht normalerweise aus einer Kombination von drei oder vier antiretroviralen Substanzen. Hierzu kommen in der Regel noch zusätzliche Medikamente wie zum Beispiel gegen opportunistische Infektionen oder Immunmodulatoren. Die Komplexität dieser Therapie verlangt vom Arzt nicht nur Kenntnisse über Wirkungen und Nebenwirkungen der Behandlung, sondern zunehmend auch Kenntnisse über mögliche Medikamenteninteraktionen.
Pharmakokinetische Interaktionen betreffen die Absorption, den Transport, die Verteilung, den Metabolismus und die Ausscheidung. Pharmakodynamische Interaktionen haben dagegen den Wirkmechanismus (additiv, synergistisch, antagonistisch) zum Gegenstand.
Die klinisch relevanten Formen der pharmakokinetischen Interaktionen betreffen vor allem den Metabolismus im Zytochrom-P-450-System. Hier können inzwischen Subgruppen wie CYP 1, 2, 3 und Familien, zum Beispiel CYP 1A, unterschieden werden. Die Medikamente können den Metabolismus nur als Substrat durchlaufen oder zusätzlich als Inhibitoren oder Induktoren dieser Stoffwechselwege wirken. Durch eine – meist reversible – Inhibition wird die Clearance der Medikamente verringert, was zu verlängerten Halbwertszeiten mit einer Verstärkung der Wirkung führt. Dagegen führt die Enzyminduktion zu einem rascheren Abbau der Metaboliten mit entsprechend verminderter biologischer Wirkung, gegebenenfalls auch zur Entstehung von Resistenzen. acc

Piscitelli S, Gallicano K: Interactions among drugs for HIV and opportunistic infections. N Eng J Med 2001; 344: 984–996.

Dr. Piscitelli, Virco Laboratories, Johns Hopkins Bayview Campus, Alpha Ctr. 3rd Fl., 5210 Eastern Avenue, Baltimore, MD 21224, USA.

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