ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2001Erfolge der Aids-Behandlung in den USA

MEDIZIN: Referiert

Erfolge der Aids-Behandlung in den USA

Dtsch Arztebl 2001; 98(31-32): A-2034 / B-1722 / C-1618

goa

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LNSLNS Schon die Einführung der ersten antiretroviralen Substanzen 1987, sechs Jahre nach Auftreten der ersten Aids-Fälle, führte zu einer deutlichen Verlängerung der mittleren Überlebenszeit der Patienten. Der Ausbau des Therapiestandards auf die prophylaktische Behandlung opportunistischer Infekte und die Anwendung der 1995 entwickelten Protease-Inhibitoren konnte, so die Autoren einer retrospektiven Studie, die Situation der HIV-positiven oder bereits an Aids erkrankten Patienten in den USA weiter verbessern: Insgesamt erhöhte sich die mittlere Überlebenszeit der 394 705 Patienten, die zwischen 1984 und 1995 aufgrund einer opportunistischen Infektion die Diagnose Aids erhielten, von 11 Monaten auf 46 Monate. Wurde die Diagnose zwischen 1996 und 1997 gestellt, so überlebten 77 Prozent der Patienten mindestens 36 Monate und 67 Prozent mindestens 24 Monate nach Diagnosestellung.
Bei den 296 621 Aids-Fällen, die zwischen 1993 und 1997 erfasst worden waren, konnte die Diagnose in 65 Prozent aufgrund immunologischer Untersuchungen gestellt werden, die anderen 35 Prozent wurden immer noch anhand opportunistischer Infekte erkannt.
Obwohl die Anzahl an Aids-Neuerkrankungen rückläufig ist, wird aufgrund der heute zur Verfügung stehenden Therapien in Zukunft mit mehr Patienten, die unter chronischen HIV-Erkrankungen und Aids leiden, zu rechnen sein – eine große Chance, aber auch eine Herausforderung für das Gesundheitswesen. goa

Lee LM et al.: Survival after Aids diagnosis in adolescents and adults during the treatment era, United States, 1984–1987. JAMA 2001; 285: 1308–1315.

Lisa M Lee, Division of HIV/Aids Prevention-Surveillance and Epidemiology, Centers for Disease Control and Prevention, Atlanta, USA.

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