ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2001Erbschaftsteuer: Freibeträge nutzen

VARIA: Wirtschaft

Erbschaftsteuer: Freibeträge nutzen

Dtsch Arztebl 2001; 98(31-32): A-2052 / B-1736 / C-1632

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Rund 400 Milliarden DM werden jährlich in Deutschland vererbt oder verschenkt – zur Freude des Fiskus, denn auch er profitiert davon. Etwa sechs Milliarden DM betragen die jährlichen Einnahmen des Staates aus der Erbschaftsteuer. Auch Arztfamilien sind von hohen Steuerbescheiden betroffen. Dies gilt insbesondere, wenn ein Arzt über umfangreichen Besitz verfügt. Bei geschickter Anwendung der Erbschaftsteuergesetze und entsprechender Vorsorge kann die Steuer häufig auf ein Minimum gesenkt oder ganz vermieden werden. Dieser Meinung ist die Deutsche Gesellschaft für Erbrechtskunde e.V. in Bonn, die folgendes Beispiel vorrechnet:
Ein Arztehepaar besitzt gemeinsam je zur Hälfte
ein Einfamilienhaus (Steuerwert: 400 000 DM), ein kleines Mietshaus (Steuerwert: 800 000 DM) sowie Wertpapiere von 800 000 DM. Geht das Vermögen auf den überlebenden Ehegatten und nach dessen Tod auf die einzige Tochter über, hat sich das Vermögen bei Ankunft bei der Tochter durch Erbschaftsteuer um rund 350 000 DM geschmälert. Überträgt das Ehepaar dagegen das Vermögen zu Lebzeiten in Etappen, sieht es ganz anders aus. Alle zehn Jahre kann Vermögen im Rahmen der Freibeträge steuerfrei übertragen werden, und zwar getrennt von Elternteil je Kind, da die Freibeträge sowohl nach dem Vater als auch nach der Mutter gelten. Im Beispielfall überträgt das Arztehepaar daher im Alter von 55 Jahren das Mietshaus auf die Tochter – steuerfrei, da im Rahmen der Freibeträge (siehe Tabelle). Im Alter von 65 Jahren überträgt das Ehepaar das Einfamilienhaus und die Hälfte der Wertpapiere – ebenfalls steuerfrei, da nach Ablauf der Zehnjahresfrist und im Rahmen der Freibeträge. Beim Tod des ersten Ehegatten gehen dann noch 400 000 DM Wertpapiere auf den Ehegatten und nach dessen Tod auf die Tochter über. Die Ehegattenerbschaft bleibt durch die Freibeträge steuerfrei. Beim Kind bleibt die Erbschaft steuerfrei, wenn seit der letzten Schenkung mindestens zehn Jahre vergangen sind. Gezahlte Steuer: keine. Ersparnis: 350 000 DM.
Weitere Steuertipps, Mustertestamente und anderes enthalten die Ratgeber „Sterben macht Erben“ und „Sterben und Steuern“, je 15,80 DM zuzüglich zwei DM Versandkosten. Zu beziehen über: Deutsche Gesellschaft für Erbrechtskunde e.V., Geschäftsstelle, Simrockallee 27, 53173 Bonn. EB

´Tabelle  CC´
Freibeträge Erbschaftsteuer
persönliche Freibeträge . . . . . . bei Vererbung auf
600 000 DM Ehegatten
400 000 DM Kinder und diejenigen Enkel, deren Eltern bereits verstorben sind
100 000 DM Eltern und Voreltern sowie diejenigen Enkel, deren Eltern noch leben
 20 000 DM Geschwister und Neffen/Nichten, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern und geschiedene Ehegatten
 10 000 DM alle übrigen Personen
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