ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2001Abtreibungspille: Sondervertrieb hat sich bewährt

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Abtreibungspille: Sondervertrieb hat sich bewährt

Dtsch Arztebl 2001; 98(33): A-2065 / B-1749 / C-1645

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LNSLNS Bundesregierung legt Erfahrungsbericht vor.

Der Sondervertriebsweg für Arzneimittel zum Schwangerschaftsabbruch hat sich der Bundesregierung zufolge bewährt. Seit 1999 regelt das Arzneimittelgesetz, dass das Präparat Mifegyne nicht auf dem üblichen Vertriebsweg über Hersteller, Großhandel und Apotheke geliefert, sondern direkt vom Hersteller an die Einrichtungen abgegeben wird, die den Schwangerschaftsabbruch vornehmen. Der Bundestag hatte damals die Regierung aufgefordert, nach zwei Jahren einen Erfahrungsbericht über diese Sonderregelung vorzulegen.
Die Regierung kommt zu dem Schluss, dass keine gravierenden Probleme bei der Versorgung oder der Überwachung des Sondervertriebsweges aufgetreten sind. Der gegenüber dem herkömmlichen Weg höhere Verwaltungsaufwand, den einige Länder und betroffene Einrichtungen beklagen, sei im Hinblick auf die Ziele der Vorschrift gerechtfertigt.
Der Berufsverband der Frauenärzte hält dagegen den Sondervertriebsweg für unrentabel. Er setzt sich für den klassischen Vertrieb über die Apotheken ein. Dabei müsse aber geregelt sein, dass Mifegyne nur an die anwendungsberechtigten Frauenärzte abgegeben werde. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert die Belieferung der Krankenhausapotheken. Der Sondervertriebsweg sei umständlich.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind im vergangenen Jahr 134 609 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen worden, davon 4 129 (3,1 Prozent) mit Mifegyne.
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