ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2001Ständige Impfkommission: Empfehlungen wurden erweitert

AKTUELL: Akut

Ständige Impfkommission: Empfehlungen wurden erweitert

Dtsch Arztebl 2001; 98(33): A-2065 / B-1749 / C-1645

EB

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LNSLNS Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) hat ihre Impfempfehlungen neu gefasst. Wesentliche Veränderungen betreffen die Pneumokokken-Impfung, die Impfung mit einem Konjugat-Impfstoff gegen Meningokokken (Serogruppe C) und die Impfung gegen Windpocken. Neu sind auch eine Reihe von arbeitsmedizinischen Indikationen – zum Beispiel die Empfehlung, erwachsene Beschäftigte in Pädiatrie, Infektionsmedizin und Gemeinschaftseinrichtungen gegen Keuchhusten zu impfen. Da es gegen Pneumokokken erstmals einen Konjugat-Impfstoff gibt, der ein immunologisches Gedächtnis und damit Auffrischungsimpfungen ermöglicht, empfiehlt die STIKO diese Impfung nun auch für Säuglinge ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit (Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen).

Gegen Windpocken sollten nunmehr nicht nur individuell besonders gefährdete Personen – zum Beispiel Kinder mit Tumorerkrankungen – geimpft werden, sondern auch alle nicht immunen Kontaktpersonen; die Empfehlung wird ausgeweitet auf neueingestellte Beschäftigte von Gemeinschaftseinrichtungen für Vorschulkinder. Geimpft werden sollen zukünftig auch alle zwölf bis 15 Jahre alte Jugendlichen, die bislang weder an Varizellen erkrankt noch durch eine Impfung geschützt sind. Auf diese Weise sollen sowohl schwere Erkrankungsfälle in dieser Altersgruppe vermindert werden als auch das Risiko gesenkt werden, dass das Virus auf Ungeborene übertragen wird.

Erstmalig enthalten die STIKO-Empfehlungen auch Handlungsanweisungen für Impfmaßnahmen nach Kontakt mit dem Erreger von Masern, Mumps und Röteln: Eine postexpositionelle Impfung innerhalb von drei Tagen sollten nunmehr ungeimpfte beziehungsweise nur einmal geimpfte Kinder erhalten, die Kontakt mit an Masern, Mumps oder Röteln erkrankten Personen hatten. Diese Maßnahme dient der Schließung von Immunitätslücken sowie der Verhinderung der Weiterverbreitung der Erkrankung und ist somit ein Schritt auf dem Weg zur Elimination der Masern. EB
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