ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2001Osteoporose: Alendronat-Prophylaxe nur einmal wöchentlich

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Osteoporose: Alendronat-Prophylaxe nur einmal wöchentlich

Dtsch Arztebl 2001; 98(33): A-2127 / B-1804 / C-1579

Wehr, Alexander

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LNSLNS Vor allem Frauen in der Postmenopause zählen zu den Risikokandidaten einer Osteoporose. Insbesondere diese Patientengruppe kann sich künfig noch einfacher vor einer osteoporotisch bedingten Fraktur schützen. Denn in Kürze rechnet MSD Sharp & Dohme GmbH mit der Zulassung des etablierten Bisphosphonats Alendronat (Fosamax®) in einer neuen Darreichungsform. Diese gestattet die einmalig wöchentliche Einnahme von 70 mg des Wirkstoffs. Wie die Ergebnisse klinischer Studien nahelegen, ist dieses einfache Einnahmeschema der Therapietreue sehr zuträglich. Obwohl sich zahlreiche Experten einig sind, dass die Zahl der Patienten mit Osteoporose und damit die Zahl der durch diese Erkrankung bedingten Frakturen weiter zunehmen wird, wird nur ein Bruchteil der Betroffenen auch suffizient therapiert.

Überraschend wenige Frauen werden behandelt
Nach Angaben von Prof. René Rizolli (Genf) kann man davon ausgehen, dass nur zwischen zehn und 30 Prozent der Frauen eine Osteoporose-Therapie erhalten. Dies ist überraschend, sind doch mit Wirkstoffen aus der Substanzgruppe der Bisphosphonate hochwirksame Medikamente verfügbar. Vor allem für das Bisphosphonat Alendronat zeigen die Ergebnisse klinischer Studien, aber auch die langjährige praktische Erfahrung, dass eine Behandlung mit Alendronat bei Frauen das Frakturrisiko um 30 Prozent und das relative Risiko einer nicht-vertebralen Fraktur um 27 Prozent senken kann. Das Risiko, eine symptomatische Wirbelkörperfraktur zu erleiden, verringert sich um 45 Prozent, das Hüftfrakturrisiko sogar um 53 Prozent, erklärte Prof. Hosking (Nottingham). Wichtig ist, dass die Wirkung bereits nach etwa sechs Monaten einsetzt. Diese viel versprechenden Resultate konnten nur durch eine konsequente tägliche und damit unbequeme Einnahme des Bisphosphonats erzielt werden. In naher Zukunft werden es die Patientinnen einfacher haben. Denn die Einnahme von 70 mg Alendronat einmal wöchentlich ist ausreichend, um einen ähnlich hohen Therapieeffekt zu erzielen. Das zeigen die Resultate einer klinischen Studie, die Rizolli vorstellte. An dieser einjährigen randomisierten Doppelblindstudie waren 1 258 Frauen zwischen 42 und 95 Jahren beteiligt, deren Knochenmineraldichte (BMD = Bone Mineral Density) an der Lendenwirbelsäule oder am Schenkelhals < 2,5 SD unter den Mittelwerten junger gesunder Frauen lag oder bereits eine vertebrale oder Schenkelhalsfraktur stattgefunden hatte. Die Patientinnen wurden entweder mit 10 mg Alendronat/Tag, 35 mg zweimal wöchentlich oder 70 mg einmal wöchentlich behandelt. Alle Patienten erhielten zusätzlich eine Basistherapie aus Calcium und Vitamin D3. Wie die Resultate der Studie belegen, stieg die Knochenmineraldichte bei unterschiedlicher Dosierung bei nahezu allen Patienten. Im Einzelnen nahm die BMD an der Lendenwirbelsäule nach zwölf Monaten um 5,4 Prozent, 5,2 respektive 5,1 Prozent zu (10 mg Alendronat täglich, 35 mg Alendronat zweimal wöchentlich beziehungsweise 70 mg Alendronat einmal wöchentlich). Die wünschenswerte Zunahme der BMD steht im Einklang mit den Ergebnissen anderer klinischer Studien mit Alendronat. Dies ist deshalb bedeutsam, weil diese bereits durchgeführten Studien belegen, dass eine substanzielle Zunahme der Knochendichte auch mit einer deutlichen Reduktion der Frakturinzidenz einhergeht. Alexander Wehr
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