ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2001„Alter in guten Händen“: Konzepte aus Bayern

POLITIK

„Alter in guten Händen“: Konzepte aus Bayern

Dtsch Arztebl 2001; 98(33): A-2072 / B-1756 / C-1652

Schmidt, Klaus

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LNSLNS Verzahnung ambulant/stationär
Die gesundheitliche Versorgung älterer Menschen bereitet gerade in Ballungsräumen wie beispielsweise in München zunehmende Probleme. Die Versorgungsstrukturen können nach Ansicht von Dr. med. Gabriel Schmidt, dem stellvertretenden Vorsitzenden der KVB-Bezirksstelle München Stadt und Land, den Bedarf langfristig nicht mehr decken. „Eine Verzahnung der ambulanten, stationären und mobilen Strukturen ist erforderlich“, sagte er bei einer Pressekonferenz in München.
Ansätze dazu sind bereits von der Basis, den Münchner Hausärzten, erarbeitet worden. Schmidt nannte die geriatrische Schwerpunktpraxis, die geriatrische Brückenstation, den „Initiativkreis ambulante Reha und soziale Dienste im Münchner Norden e.V.“ (IKARUS) sowie das Projekt „Medizinische Versorgung von Alten-, Pflegeheimen und beschützenden Einrichtungen“. Hierbei werden die bestehenden Strukturen vernetzt, Barrieren zwischen medizinischem und pflegerischem Bereich abgebaut und die Teamarbeit der verschiedenen Fachberufe aus Medizin, Pflege, Physiotherapie und anderen gefördert.
IKARUS ist ein freiwilliger Zusam-menschluss von Vertretern verschiedener Berufsgruppen und Institutionen in München-Nord und -Schwabing, darunter Haus- und Fachärzte, Klinikärzte, ambulante Pflegedienste und andere. Ziel ist die qualitative Verbesserung der medizinischen, therapeutischen und sozialen Versorgung älterer Menschen in der Region nach dem Motto „so viel ambulant wie möglich, so wenig stationär wie nötig“. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der hausärztlichen Bereitschaftspraxis im Krankenhaus München-Schwabing. Dort soll in Kürze auch eine geriatrische Schwerpunkt-Praxis eröffnet werden, um den Übergang vom stationären zum ambulanten Sektor und umgekehrt reibungslos zu gestalten.
Für eine möglichst engmaschige Versorgung müssten noch mehr Hausärzte, Fachärzte, Pflegedienste, Krankengymnasten und Logopäden für die Kooperation gewonnen werden.
Als nächstes stehen Verhandlungen mit den Kostenträgern und der Kassenärztlichen Vereinigung an, um eine gesicherte Finanzierung der zusätzlichen Leistungen aufgrund der §§ 63 ff. (Modellvorhaben) und des § 74 SGB V (Strukturverträge) zu erreichen. Denkbar sind Behandlungs- beziehungsweise Leistungskomplex-Pauschalen.
Für die Umsetzung des Projekts der geriatrischen Schwerpunktpraxis als Drehscheibe im ambulanten geriatrischen Betreuungsnetz bestehen Absichtserklärungen des Krankenhauses München-Schwabing sowie der AOK Bayern.
Die „akut-geriatrische Brückenstation“ soll eine Versorgungslücke schließen, wenn eine Versorgung im ambulanten Bereich nicht mehr möglich und die technische Ausrüstung eines Krankenhauses nicht erforderlich sind. Sie soll räumlich an das Städtische Krankenhaus München-Harlaching angebunden werden.
Das Projekt der medizinischen Versorgung von Alten-, Pflegeheimen und beschützenden Einrichtungen wird im Auftrag des med.eon-Verbundes München-Oberbayern durch die GMZ-GmbH geleitet. Der Verein IKARUS übernimmt mit der med.eon-Akademie die Projektausbildung und die Übermittlung fachlicher Kompetenz. Klaus Schmidt
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