ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2001Breite Ablehnung aktiver Euthanasie: Nicht als Schulmeister auftreten

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

Breite Ablehnung aktiver Euthanasie: Nicht als Schulmeister auftreten

Dtsch Arztebl 2001; 98(33): A-2094 / B-1775 / C-1585

Rocholl, Horst

zu dem Beitrag Diskussion über Sterbehilfe von Gisela Klinkhammer in Heft 18/2001
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LNSLNS Dieser Titel geht an der Tatsache vorbei, dass es auch unter Ärzten und Politikern seit geraumer Zeit ein ernstes Nachdenken über Sterben, Euthanasie und Suizid gibt und zunehmendes Verständnis für die in den Niederlanden getroffenen gesetzlichen Regelungen. Ich will nicht darauf eingehen, dass Euthanasie Sterbehilfe ist und keine geschönte Bezeichnung für als „Gnadentod“ getarnten Massenmord. Suizide, Selbsttötungen, hat es gegeben, solange Menschen leben und denken. Während sie bedeutenden Persönlichkeiten als Ausweg gestattet sind, werden sie einfachen Menschen als Schandtaten ausgelegt. Mittel für einen dezenten Suizid sind ihnen nicht zugänglich, sondern nur Grauen erregende Methoden. Nicht selten werden Suizide als Unfälle getarnt und Unbeteiligte mit in den Tod gerissen. Ich bin 93 Jahre alt und sehe mein Leben zurzeit noch als sinnvoll an. Ich lebe in ständiger Verbindung mit Kindern, Enkeln und Urenkeln und kann noch aktiv am geselligen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Ein Leben, in dem ich dazu nicht mehr imstande bin, würde für mich nicht mehr lebenswert sein . . . Die an einen Steckbrief erinnernde Veröffentlichung des Bildes der niederländischen Ge­sund­heits­mi­nis­terin, Frau Els Borst, halte ich für unangebracht. Wir Deutschen sollten uns nicht anmaßen, als Schulmeister aufzutreten, schon gar nicht demokratischen Staaten gegenüber, denen wir einiges abzubitten haben. Die Meinungen von Kirchenvertretern sollten im DÄ nicht über Gebühr gewichtet werden; es gibt übrigens auch innerhalb der Kirchen andere, entgegengesetzte. MR Dr. Horst Rocholl Usedomstraße 13, 15366 Neuenhagen
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