ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2001Endoskopie: Langjährige positive Erfahrungen

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Endoskopie: Langjährige positive Erfahrungen

Dtsch Arztebl 2001; 98(33): A-2099 / B-1780 / C-1675

Messmann, H.; Schölmerich, J.; Jauch, K.-W.

Zu dem Medizin-Kommentar „Interdisziplinäre Endoskopie“ von Prof. Dr. med. Heiner Greten in Heft 10/2001:
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LNSLNS In seinem Kommentar berichtet H. Greten über die Vorteile einer Interdisziplinären Endoskopieabteilung, die an der Uniklinik Hamburg nach einjähriger Probezeit geschaffen wurde. Dieses Konzept, das neben einer Öko­nomi­sierung auch eine verbesserte Weiterbildung der Kollegen ermöglicht, ist somit Grundlage der von Chirurgen und Internisten gleichsam geforderten Qualitätssicherung in der Endoskopie. Mit Inbetriebnahme des Regensburger Universitätsklinikums, haben wir uns bereits 1992 für eine solche Struktur entschieden. Nach unserer fast zehnjährigen Erfahrung mit einer interdisziplinären Endoskopieabteilung können wir die von H. Greten postulierten Vorteile einer solchen Einrichtung nur unterstreichen. Dabei obliegt an unserer Klinik die Leitung der interdisziplinären Endoskopieabteilung einem gastroenterologischen Oberarzt, der für Ösophagogastroduodenoskopien, Koloskopien, ERCP und endoskopischen Ultraschall am unteren Gastrointestinaltrakt von einem Chirurgischen Oberarzt hauptverantwortlich geleitet wird. Den Assistenzärzten der internistischen und chirurgischen Abteilung eröffnet sich so die Möglichkeit, das komplette Spektrum endoskopischer Eingriffe, die jährlich etwa 7 500 betragen, zu erlernen. Gerade die interventionelle Endoskopie mit dem Anspruch eines minimalinvasiven Verfahrens, sollte den Chirurgen und Gastroenterologen gleichsam vertraut sein, da bei der Indikationsstellung beide Partner eine für den Patienten optimale Therapie anbieten sollten. Insbesondere neue Verfahren wie photodynamische Therapie, endoskopische Refluxtherapie, endoskopische Mukosaresektionen oder die Kombination von Laparoskopie und Endoskopie, sind minimalinvasiv und können sich an einem Interdisziplinären Endoskopiezentrum rasch etablieren, wenn Internist und Chirurg zusammen diese Verfahren einsetzen, wie es an unserem Klinikum seit Jahren erfolgreich praktiziert wird. Dieses partnerschaftliche Miteinander schafft auch die Voraussetzung für eine gute Kooperation mit Industriepartnern. Neben dieser verbesserten Struktur- und Prozessqualität ist es die Ergebnisqualität, die unserer Erfahrung nach ein solches Konzept rechtfertigt. Die interdisziplinäre Endoskopieabteilung wird zur notwendigen Struktur im Rahmen eines umfassenden Qualitätsmanagements einer Klinik. Interne und externe Qualitätssicherung und die Forderung nach vermehrter Transparenz der Leistung lassen sich hierbei leichter umsetzen. Hiermit eröffnen sich Möglichkeiten für Internisten und Chirurgen gleichwohl, im übergreifenden Konsens optimale Versorgungsqualität durch die weitere Schaffung von Richt- und Leitlinien zu definieren. Gerade die bevorstehende Umstrukturierung unseres Gesundheitssystems mit Einführung der DRGs wird früher oder später nicht nur an Universitätskliniken eine interdisziplinäre Endoskopie notwendig machen. Durch die DRGs wird es möglich sein, die Versorgungsqualität der Kliniken besser zu erfassen, da sie mehr Transparenz eröffnen. Und gerade die verbesserte Versorgungsqualität ist unserer Erfahrung nach in der interdisziplinären Endoskopie gewährleistet, womit sich der Kreis schließt. Durch die positiven Erfahrungen unseres interdisziplinären Endoskopiezentrums stimuliert, haben wir an unserer Klinik mittlerweile auch ein Ultraschallzentrum eingerichtet, das 1997 gegründet wurde und an dem neben internistischen und chirurgischen Kliniken auch die Institute für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin integriert sind. Priv.-Doz. Dr. H. Messmann, Endoskopieabteilung, Prof. Dr. J. Schölmerich, Klinik für Innere Medizin I, Prof. Dr. K.-W. Jauch, Chirurgische Klinik, Klinikum der Universität Regensburg, 93042 Regensburg
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